Flaschenbomben – Wenn zu viel Druck gefährlich wird
Als Flaschenbombe bezeichnet man das Bersten einer Bierflasche durch übermäßigen Druck während der Flaschengärung. Ursache ist meist zu viel gebildetes Kohlendioxid (CO₂), das nicht mehr von der Flasche aufgenommen werden kann.
Beim Bierbrauen entsteht CO₂ während der Nachgärung durch zugesetzten Zucker oder verbleibbare Gärstoffe. Wird der Druck zu hoch, kann die Flasche versagen und explosionsartig zerbrechen.
Typische Ursachen für Flaschenbomben
- zu hohe Zuckerzugabe bei der Karbonisierung
- Abfüllung vor Ende der Gärung
- zu warme Lagerung während der Reife
- Infektion mit nachvergärenden Mikroorganismen
- beschädigte oder dünnwandige Flaschen
Gefahren durch Flaschenbomben
- Glassplitter und Verletzungsrisiko
- Bierverlust und Verschmutzung
- Beschädigung von Umgebung und Inventar
Wie viel Druck entsteht?
Bei Fehlkarbonisierung können über 5 bar entstehen. Standardbierflaschen sind meist nur bis etwa 3–4 bar sicher belastbar.
Vermeidung von Flaschenbomben
- Ende der Gärung sicher prüfen
- Zucker exakt berechnen mit Karbonisierungsrechner
- druckfeste Flaschen verwenden
- Flaschen kühl lagern
- Hygiene strikt einhalten
Praxisempfehlung
Flaschen während der ersten Nachgärungstage in Kisten oder Boxen lagern. So werden mögliche Schäden begrenzt.
Passende Flaschen und Abfüllzubehör findest du im Shopbereich Brauausrüstung.
Häufige Fragen zu Flaschenbomben
Woran erkennt man Überdruck in Flaschen?
Sehr harte Flaschen oder starkes Schäumen beim Öffnen.
Sind Bügelflaschen sicherer?
Meist ja, da sie dickwandiger sind.
Kann man überkarbonisierte Flaschen retten?
Vorsichtiges Druckablassen kann helfen.
Wann ist das Risiko am größten?
In den ersten Tagen der Nachgärung bei Wärme.

Nico Brennecke
Experte für Hobbybrauen, Schanktechnik und Weinherstellung
Seit vielen Jahren entwickelt und prüft er praxisnahe Lösungen für Hobbybrauer und Gastronomie im Bereich Brau- und Schanktechnik.
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