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Schankanlage reinigen: Bierleitung, Zapfhahn und Zapfkopf richtig reinigen

Eine saubere Schankanlage ist wichtig für einen hygienischen Ausschank und einen unverfälschten Getränkegeschmack. Dabei reicht es nicht, nur die Bierleitung zu betrachten: Auch Zapfhahn, Zapfkopf und weitere produktberührte Teile gehören zur regelmäßigen Reinigung.

In dieser Anleitung erfährst du Schritt für Schritt, wie du eine Schankanlage richtig reinigst, welche Reinigungsverfahren es gibt, wie häufig gereinigt werden sollte und welches Reinigungsmittel zu welchem System passt. Außerdem zeigen wir dir die Unterschiede zwischen chemischer und chemisch-mechanischer Reinigung sowie die Reinigung von ein-, zwei- und dreileitigen Zapfanlagen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bierleitungen regelmäßig reinigen: Wenn keine abweichenden Herstellerangaben oder ein individuell ermittelter Reinigungsbedarf vorliegen, gilt für Bier ein Orientierungswert von 7 Tagen.
  • Chemisch oder chemisch-mechanisch: Bierleitungen können mit einer Reinigungslösung oder zusätzlich mechanisch mit Schwammkugeln gereinigt werden.
  • Schwammkugeln allein reichen nicht: Wasser und Schwammkugeln unterstützen die mechanische Reinigung, ersetzen aber kein geeignetes chemisches Reinigungsverfahren.
  • Nicht nur die Bierleitung beachten: Auch Zapfhahn, Zapfkopf und weitere produktberührte Teile gehören zur regelmäßigen Reinigung der Schankanlage.
  • Reinigungsmittel passend zum System wählen: Für das Bevi Handy werden geeignete Bevi Tabs verwendet, während bei Reinigungsbehältern passende pulverförmige oder flüssige Reiniger zum Einsatz kommen.

Warum muss eine Schankanlage regelmäßig gereinigt werden?

Getränke kommen auf dem Weg vom Fass bis ins Glas mit verschiedenen Teilen der Schankanlage in Kontakt. In Bierleitungen, Zapfhahn, Zapfkopf und Anschlüssen können sich mit der Zeit Getränkereste und Ablagerungen bilden. Besonders bei Bier spielen unter anderem Hefe, Eiweißbestandteile, Hopfenharze und mineralische Ablagerungen eine Rolle.

Eine regelmäßige und fachgerechte Reinigung der Schankanlage hilft dabei, solche Rückstände zu entfernen und hygienische Bedingungen im gesamten produktberührten Bereich zu erhalten. Gleichzeitig schützt sie den Geschmack des Getränks und unterstützt die zuverlässige Funktion der Anlage.

Eine saubere Schankanlage ist wichtig für:

  • Hygiene: Getränkereste und Ablagerungen werden regelmäßig entfernt.
  • Geschmack: Rückstände in Leitungen und Armaturen können Geruch und Geschmack des Getränks beeinflussen.
  • Getränkequalität: Saubere produktberührte Bauteile helfen dabei, die gewünschte Qualität bis ins Glas zu erhalten.
  • Funktion der Anlage: Ablagerungen können Leitungen, Zapfhähne und andere Bauteile beeinträchtigen.

Wichtig: Zur Schankanlagenreinigung gehört deshalb nicht nur die Bierleitung. Auch Zapfhahn, Zapfkopf und weitere Teile, die mit Getränk in Berührung kommen, müssen bei der Reinigung berücksichtigt werden.

Wie oft muss eine Schankanlage gereinigt werden?

Für die Reinigung einer Schankanlage gibt es nicht für jede Anlage und jedes Getränk ein einziges pauschales Intervall. Wie häufig gereinigt und desinfiziert werden sollte, richtet sich zunächst nach den Angaben des Getränkeherstellers, den Vorgaben des Geräteherstellers und dem konkreten Reinigungsbedarf der Anlage.

Liegen dazu keine anderen Vorgaben oder Erkenntnisse vor, können die Reinigungs- und Desinfektionsintervalle nach DIN 6650-6 als fachliche Orientierung herangezogen werden. Für Bier wird dabei ein Intervall von 7 Tagen genannt.

Wichtig:

Die häufig genannten 7 Tage für Bier sind kein pauschaler gesetzlicher Zwang für jede Zapfanlage. Entscheidend sind Herstellerangaben, Getränk, Aufbau und Nutzung der Anlage sowie der tatsächlich erforderliche Reinigungsbedarf.

Orientierungswerte für Reinigungsintervalle

Wenn keine abweichenden Herstellerangaben vorliegen und kein individueller Reinigungsbedarf festgelegt wurde, nennt die BGN auf Grundlage der DIN 6650-6 folgende Orientierungswerte:

GetränkOrientierungswert
Fruchtsaft, Fruchtnektar, Fruchtsaftgetränke, Milch1 Tag
Alkoholfreies Bier1 bis 7 Tage
Bier7 Tage
Wein, Glühwein, Limonade, Cola7 bis 14 Tage
Getränkesirup und Spirituosen30 bis 90 Tage
Wasser und Tafelwasser90 bis 180 Tage

Wann sollte häufiger gereinigt werden?

Ein kürzeres Reinigungsintervall kann notwendig sein, wenn die Bedingungen in deiner Schankanlage einen erhöhten Reinigungsbedarf verursachen. Dazu gehören insbesondere:

  • geringer Getränkedurchsatz und dadurch lange Anstichzeiten,
  • längere Schankpausen,
  • lange Getränkeleitungen,
  • viele Einbauten wie Schaumstopper oder Pumpen,
  • höhere Lagertemperaturen oder ungünstige hygienische Umgebungsbedingungen.

Die Tabelle sollte deshalb nicht als maximale Frist verstanden werden. Zeigt die Anlage bereits vorher einen erhöhten Reinigungsbedarf, sollte entsprechend früher gereinigt werden.

Zapfhahn und Zapfkopf haben zusätzliche Reinigungsaufgaben

Das Intervall für die gesamte Schankanlage bedeutet nicht, dass Zapfhahn und Zapfkopf dazwischen unbeachtet bleiben können. Besonders Bereiche, die mit Getränk, Umgebungsluft oder den Händen des Bedieners in Kontakt kommen, benötigen eine regelmäßige Pflege.

Der Zapfhahn mit Auslauftülle und Luftbohrung sollte regelmäßig mit sauberem Trinkwasser gespült und idealerweise mit einem geeigneten Mittel desinfiziert werden, unter anderem vor Betriebsbeginn, vor längeren Pausen und nach Betriebsende. Auch der Anschlussbereich des Zapfkopfes sollte beim Fasswechsel sauber gehalten werden.

Welche Vorschriften gelten für die Reinigung einer Schankanlage?

Rund um die Reinigung von Schankanlagen kursieren noch viele veraltete Aussagen. Besonders häufig liest man, Bierleitungen müssten aufgrund einer speziellen Schankanlagenverordnung pauschal alle 7 oder 14 Tage gereinigt werden. So einfach ist die heutige Rechtslage nicht.

Die frühere Getränkeschankanlagenverordnung ist seit 2005 außer Kraft. Für gewerblich betriebene Schankanlagen gelten heute insbesondere das allgemeine Lebensmittelhygienerecht sowie die Anforderungen an einen sicheren und hygienischen Betrieb. Technische Normen und Informationen von DIN, BGN und DGUV helfen dabei, diese Anforderungen fachgerecht umzusetzen.

Kurz gesagt:

Das Lebensmittelrecht verlangt eine hygienisch einwandfreie Schankanlage. Es schreibt aber nicht pauschal für jede Bierleitung ein starres gesetzliches 7-Tage-Intervall vor. Für die praktische Umsetzung sind unter anderem die DIN 6650-6, die neue DIN 6650-11 sowie die Hinweise von BGN und DGUV wichtige fachliche Grundlagen.

1. Verordnung (EG) Nr. 852/2004: die zentrale lebensmittelrechtliche Grundlage

Für Lebensmittelunternehmen ist die europäische Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene eine der wichtigsten rechtlichen Grundlagen.

Sie verlangt, dass Gegenstände, Armaturen und Ausrüstungen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, gründlich gereinigt und erforderlichenfalls desinfiziert werden. Reinigung und Desinfektion müssen so häufig erfolgen, dass kein Kontaminationsrisiko entsteht.

Auf eine Schankanlage übertragen betrifft das nicht nur die Getränkeleitung. Auch produktberührte Bereiche wie Zapfhahn, Zapfkopf, Anschlüsse und weitere Bauteile müssen hygienisch betrieben werden.

Lebensmittelunternehmen müssen außerdem geeignete betriebliche Eigenkontrollen auf Grundlage der HACCP-Grundsätze einrichten. Dazu gehört, mögliche hygienische Gefahren zu erkennen, geeignete Maßnahmen festzulegen und deren Durchführung nachvollziehbar zu kontrollieren.

2. Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV)

In Deutschland ergänzt die Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) das europäische Lebensmittelhygienerecht. Nach § 3 LMHV dürfen Lebensmittel nur so hergestellt, behandelt oder in Verkehr gebracht werden, dass sie bei der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt keiner nachteiligen Beeinflussung ausgesetzt werden.

Für den Betreiber einer gewerblichen Getränkeschankanlage bedeutet das: Die Anlage muss so betrieben und gereinigt werden, dass die hygienische Qualität des ausgeschenkten Getränks nicht durch verschmutzte Leitungen, Armaturen oder andere Bauteile beeinträchtigt wird.

3. DIN 6650-6: Anforderungen an Reinigung und Desinfektion

Eine besonders wichtige fachliche Grundlage ist die aktuell gültige DIN 6650-6:2014-12 „Getränkeschankanlagen – Teil 6: Anforderungen an Reinigung und Desinfektion“.

Sie behandelt unter anderem:

  • das Ziel der Reinigung und Desinfektion,
  • Reinigungs- und Desinfektionsintervalle,
  • geeignete Reinigungsverfahren,
  • Reinigungs- und Desinfektionsmittel sowie
  • die Ermittlung eines anlagenspezifischen Reinigungsbedarfs.

Die DIN 6650-6 ist kein Gesetz. Sie ist jedoch eine wichtige technische Regel für den fachgerechten hygienischen Betrieb einer Getränkeschankanlage und wird auch von BGN und DGUV als Grundlage herangezogen.

Aus dieser Norm stammen auch die bereits genannten Orientierungswerte für Reinigungsintervalle, beispielsweise 7 Tage für Bier, sofern keine abweichenden Herstellerangaben vorliegen und kein anderer spezifischer Reinigungsbedarf ermittelt wurde.

4. Neu und wichtig: DIN 6650-11 zur praktischen Durchführung

Seit Dezember 2024 gibt es zusätzlich die DIN 6650-11:2024-12 „Getränkeschankanlagen – Teil 11: Durchführung der Reinigung und Desinfektion von Getränkeschankanlagen“.

Sie ergänzt und vertieft die DIN 6650-6. Während Teil 6 den grundsätzlichen Rahmen für Reinigung und Desinfektion vorgibt, beschäftigt sich Teil 11 ausführlicher mit der praktischen Durchführung der verschiedenen Reinigungsverfahren bei gängigen Getränkeschankanlagen und Getränkearten.

Im Mittelpunkt stehen dabei die produktberührten Bauteile, also alle Teile der Schankanlage, die mit Getränken oder Getränkegrundstoffen in Kontakt kommen.

Warum ist DIN 6650-11 für diesen Ratgeber wichtig?

Die neue Norm bestätigt, dass bei einer fachgerechten Schankanlagenreinigung nicht nur das Reinigungsintervall zählt. Entscheidend ist auch, wie das jeweilige Reinigungsverfahren korrekt durchgeführt wird. Genau deshalb unterscheiden wir in dieser Anleitung später ausführlich zwischen chemischer und chemisch-mechanischer Reinigung sowie zwischen Reinigungsbehälter, Bevi Handy und weiteren Reinigungsverfahren.

5. BGN ASI 6.84: hygienischer Betrieb von Getränkeschankanlagen

Eine besonders praxisnahe Quelle ist die Arbeits-Sicherheits-Information ASI 6.84 „Hygienischer Betrieb von Getränkeschankanlagen“ der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN).

Die BGN beschreibt darin unter anderem:

  • wann eine Getränkeschankanlage gereinigt werden sollte,
  • welche Reinigungsverfahren geeignet sind,
  • wie der Reinigungserfolg kontrolliert werden kann,
  • wie eine Reinigung dokumentiert werden sollte,
  • wer eine Schankanlage reinigen darf und
  • welche Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit Reinigungsmitteln wichtig sind.

Die BGN stellt außerdem klar, dass die Betreiberin beziehungsweise der Betreiber für den hygienischen Zustand der Schankanlage und die Getränkequalität verantwortlich bleibt – unabhängig davon, ob selbst gereinigt oder ein Fachunternehmen beauftragt wird.

6. DGUV Regel 110-007: Reinigung und Arbeitssicherheit

Für gewerblich betriebene Anlagen ist zusätzlich die DGUV Regel 110-007 „Verwendung von Getränkeschankanlagen“ wichtig. Sie verweist für die Reinigung und Desinfektion ausdrücklich auf die DIN 6650-6 und die BGN ASI 6.84.

Dort wird unter anderem gefordert, dass für produktführende Bauteile und Zapfarmaturen ein geeignetes Reinigungsverfahren verwendet und nach den Betriebs- und Gebrauchsanweisungen der Hersteller gearbeitet wird.

Auch der sichere Umgang mit Reinigungsmitteln spielt eine wichtige Rolle. Je nach verwendetem Mittel können beispielsweise Schutzhandschuhe sowie Augen- oder Gesichtsschutz erforderlich sein. Während der Reinigung muss außerdem verhindert werden, dass versehentlich Reinigungsflüssigkeit ausgeschenkt wird.

Was bedeutet das für Gastronomie, Vereine und gewerbliche Betreiber?

Für einen gewerblichen Betreiber reicht es nicht aus, lediglich einen festen Termin wie „jeden Freitag“ festzulegen. Die Reinigung muss zur Anlage, zum ausgeschenkten Getränk und zu den tatsächlichen Betriebsbedingungen passen.

Grundsätzlich sind Getränkeschankanlagen nach den Angaben der Hersteller und dem konkreten Reinigungsbedarf zu reinigen. Zusätzlich nennt die BGN besondere Anlässe, bei denen eine Reinigung und Desinfektion erforderlich ist:

  • vor der ersten Inbetriebnahme,
  • vor einer zeitweisen Außerbetriebnahme, beispielsweise vor Betriebsurlaub oder Saisonende,
  • vor der Wiederinbetriebnahme,
  • beim Wechsel der Getränkeart sowie
  • wiederkehrend entsprechend Herstellerangaben, Anlagenbedarf und Stand der Technik.

Nach der Reinigung müssen Reinigungs- und Desinfektionsmittel vollständig aus der Anlage entfernt werden. Dafür wird mit ausreichend frischem Trinkwasser nachgespült und anschließend kontrolliert, ob keine Reinigungsmittelrückstände mehr vorhanden sind.

Muss die Reinigung dokumentiert werden?

Für gewerblich betriebene Getränkeschankanlagen gehört die Dokumentation zur hygienischen Eigenkontrolle. Die BGN nennt hierfür insbesondere:

  • Name der Person, die gereinigt hat,
  • Datum der Reinigung,
  • angewendetes Reinigungsverfahren sowie
  • verwendetes Reinigungs- und Desinfektionsmittel.

Die BGN empfiehlt beziehungsweise fordert im Rahmen ihrer Vorgaben, die Reinigungsnachweise an der Betriebsstätte aufzubewahren und nennt dafür einen Zeitraum von mindestens einem Jahr. Auf die praktische Dokumentation und einen einfachen Reinigungsplan gehen wir weiter unten noch ausführlicher ein.

Wer darf eine Schankanlage reinigen?

Eine Getränkeschankanlage muss nicht grundsätzlich durch einen externen Reinigungsdienst gereinigt werden. Nach Angaben der BGN kann die Reinigung erfolgen durch:

  • ein hierfür qualifiziertes Fachunternehmen,
  • die Unternehmerin beziehungsweise den Unternehmer oder Betreiber selbst oder
  • eine hierfür qualifizierte Person.

Wer selbst reinigt, muss das verwendete Verfahren, das Reinigungsgerät und die Reinigungsmittel sicher beherrschen und die jeweiligen Herstellerangaben beachten. Die Verantwortung für den hygienischen Zustand der Anlage bleibt beim Betreiber.

Gelten diese Vorschriften auch für private Hobby-Zapfanlagen?

Hier muss zwischen gewerblichem Betrieb und rein privater Nutzung unterschieden werden. Die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 nimmt die häusliche Verarbeitung, Handhabung und Lagerung von Lebensmitteln für den privaten häuslichen Verbrauch ausdrücklich von ihrem Anwendungsbereich aus.

Wer also seine eigene Zapfanlage ausschließlich privat zu Hause nutzt, unterliegt nicht in gleicher Weise den lebensmittelrechtlichen Betreiberpflichten eines Gastronomiebetriebes.

Die hygienischen und technischen Empfehlungen für die Reinigung sind trotzdem sinnvoll. Auch in einer privaten Zapfanlage können sich Getränkereste, Mikroorganismen und Ablagerungen bilden. Deshalb empfehlen wir auch Hobbyanwendern, sich bei Reinigung, Reinigungsmitteln und Intervallen an den Herstellerangaben und den anerkannten fachlichen Empfehlungen zu orientieren.

Merke:

Das Lebensmittelrecht gibt das hygienische Ziel vor. DIN, BGN und DGUV helfen dabei, dieses Ziel fachgerecht in die Praxis umzusetzen. Eine pauschale Aussage wie „jede Bierleitung muss gesetzlich exakt alle 7 Tage gereinigt werden“ ist deshalb nicht korrekt.

Chemische oder chemisch-mechanische Reinigung: Welche Methode ist die richtige?

Für die Reinigung von Bierleitungen werden hauptsächlich chemische und chemisch-mechanische Reinigungsverfahren eingesetzt. Beide Verfahren arbeiten mit einem geeigneten Reinigungsmittel. Der entscheidende Unterschied ist, dass bei der chemisch-mechanischen Reinigung zusätzlich ein mechanisches Hilfsmittel wie eine Schwammkugel durch die Bierleitung geführt wird.

Welche Methode zu deiner Zapfanlage passt, hängt unter anderem vom Aufbau der Anlage, dem gewünschten Reinigungsaufwand und dem verwendeten Reinigungssystem ab.

MerkmalChemische ReinigungChemisch-mechanische Reinigung
Typische LösungReinigungsbehälterz. B. Bevi Handy oder geeignetes Reinigungsgerät
ReinigungsmittelJaJa
SchwammkugelnNeinJa
Mechanische Wirkung an der LeitungswandNeinJa
AufwandEinfacher AufbauEtwas aufwendiger
Besonderer VorteilSchnelle und unkomplizierte chemische ReinigungChemische Wirkung plus zusätzliche mechanische Reinigung der Leitungswand

Chemische Reinigung mit einem Reinigungsbehälter

Bei der chemischen Reinigung wird eine nach Herstellerangaben angesetzte Reinigungslösung durch die Getränkeleitung geführt und für die vorgeschriebene Zeit einwirken gelassen. Das Reinigungsmittel kann Verschmutzungen lösen und erreicht dabei auch Bereiche, die mit einer Bürste oder einem anderen mechanischen Hilfsmittel nur schwer zugänglich wären.

Eine besonders einfache Möglichkeit ist die Reinigung mit einem Reinigungsbehälter. Statt des Getränkefasses wird der Reinigungsbehälter angeschlossen. Der vorhandene Zapfkopf wird aufgesetzt und die Reinigungslösung anschließend durch die Bierleitung geführt.

Der große praktische Vorteil: Du benötigst für die Leitung selbst keine Schwammkugeln und keinen zusätzlichen Reinigungskreislauf. Gerade bei einfach aufgebauten Zapfanlagen ist dieses Verfahren deshalb schnell vorbereitet und unkompliziert durchzuführen.

Praxis-Tipp:

Bei einem Reinigungsbehälter wird die Bierleitung rein chemisch gereinigt. Schwammkugeln gehören bei diesem Verfahren nicht in die Leitung. Der Zapfkopf wird einfach auf den Reinigungsbehälter gesetzt und die vorbereitete Reinigungslösung durch das System gespült.

Chemisch-mechanische Reinigung mit Schwammkugeln

Bei der chemisch-mechanischen Reinigung wird die Wirkung des Reinigungsmittels durch eine zusätzliche mechanische Reinigung unterstützt. Dazu werden geeignete Schwammkugeln durch die Bierleitung bewegt.

Die Schwammkugel ist größer als der Innendurchmesser der Leitung und wird beim Durchlaufen zusammengedrückt. Dadurch liegt sie an der Innenwand der Bierleitung an und kann dort anhaftende Beläge mechanisch ablösen. Gleichzeitig wirkt das Reinigungsmittel auf Verschmutzungen und Mikroorganismen ein.

Ein typisches System für dieses Verfahren ist das Bevi Handy. Dabei werden die dafür vorgesehenen Bevi Tabs zusammen mit passenden Schwammkugeln eingesetzt. Wie das Bevi Handy angeschlossen wird und wie du eine ein-, zwei- oder dreileitige Zapfanlage damit reinigst, zeigen wir weiter unten Schritt für Schritt.

Warum Wasser und Schwammkugeln allein nicht ausreichen

Eine Schwammkugel kann Verschmutzungen von der Leitungswand mechanisch ablösen. Sie ersetzt aber kein geeignetes chemisches Reinigungsverfahren. Mit Trinkwasser und Schwammkugeln allein lassen sich Beläge nur begrenzt entfernen und Mikroorganismen nicht zuverlässig abtöten.

Die BGN empfiehlt deshalb, mechanische Hilfsmittel wie Schwammkugeln mit einem chemischen Reinigungs- und Desinfektionsverfahren zu kombinieren. Für einen besonders gründlichen Reinigungserfolg wird die chemisch-mechanische Reinigung ausdrücklich als sehr wirksames Verfahren beschrieben.

Wichtig bei Schwammkugeln:

Schwammkugeln sollten ausreichend groß gewählt werden, damit sie beim Durchlaufen die Leitungswand erreichen. Außerdem sollten gebrauchte Schwammkugeln nicht mehrfach eingesetzt werden, da sich in ihren Poren Schmutz und Mikroorganismen sammeln können.

Welche Methode ist einfacher?

Wenn du möglichst unkompliziert reinigen möchtest, ist ein Reinigungsbehälter häufig die einfachere Lösung: Zapfkopf aufsetzen, Reinigungslösung durch die Leitung führen, Einwirkzeit beachten und anschließend gründlich mit Trinkwasser nachspülen.

Die chemisch-mechanische Reinigung erfordert etwas mehr Vorbereitung, bietet dafür aber zusätzlich die mechanische Wirkung der Schwammkugeln auf die Innenwand der Bierleitung.

Beide Verfahren haben deshalb ihre Berechtigung. Entscheidend ist, dass das verwendete Verfahren fachgerecht durchgeführt, das passende Reinigungsmittel verwendet und die Anlage nach der Reinigung vollständig mit frischem Trinkwasser nachgespült wird.

Reinigung oder Desinfektion: Wo liegt der Unterschied?

Reinigung und Desinfektion sind nicht dasselbe. Bei der Reinigung werden Getränkereste, Ablagerungen und andere Verschmutzungen aus Leitungen und Bauteilen entfernt. Eine Desinfektion hat dagegen das Ziel, vorhandene Mikroorganismen so weit zu reduzieren beziehungsweise abzutöten, dass von ihnen keine hygienische Beeinträchtigung mehr ausgeht.

Für eine hygienisch einwandfreie Schankanlage können deshalb beide Schritte eine Rolle spielen. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge: Eine wirksame Desinfektion setzt eine gründliche Reinigung voraus.

Einfach erklärt:

Erst müssen Getränkereste und Ablagerungen entfernt werden. Anschließend kann eine geeignete Desinfektion die verbliebene mikrobiologische Belastung reduzieren. Einen sichtbar verschmutzten Zapfhahn oder eine verschmutzte Bierleitung nur zu desinfizieren, ersetzt deshalb keine gründliche Reinigung.

Was passiert bei der Reinigung?

Bei der Reinigung werden Verschmutzungen von den produktberührten Oberflächen gelöst und aus der Schankanlage entfernt. Je nach Getränk und Anlage können beispielsweise Hefe, Eiweißbestandteile, Hopfenharze, Zuckerreste oder mineralische Ablagerungen wie Bierstein auftreten.

Welche Verschmutzungen entfernt werden sollen, entscheidet auch darüber, welches Reinigungsmittel geeignet ist. Deshalb unterscheiden wir später unter anderem zwischen alkalischen und sauren Reinigungsmitteln.

Was passiert bei der Desinfektion?

Bei der Desinfektion steht nicht die Entfernung sichtbarer Ablagerungen im Vordergrund, sondern die Reduzierung beziehungsweise Abtötung von Mikroorganismen. Dafür werden geeignete Desinfektionsmittel oder Reinigungs- und Desinfektionsverfahren eingesetzt.

Wichtig ist dabei immer die Anwendung nach Herstellerangabe. Konzentration, Einwirkzeit, geeignete Materialien und die richtige Anwendung unterscheiden sich je nach Produkt.

Warum sollte man nicht einfach nur desinfizieren?

Getränkereste und Ablagerungen können verhindern, dass ein Desinfektionsmittel alle zu behandelnden Oberflächen ausreichend erreicht. Deshalb stellt auch die BGN klar: Voraussetzung für eine wirksame Desinfektion ist eine vorherige gründliche Reinigung.

Das gilt nicht nur für die Bierleitung. Auch ein verschmutzter Zapfhahn oder Zapfkopf sollte zuerst gründlich gereinigt werden, bevor eine anschließende Desinfektion sinnvoll durchgeführt werden kann.

Reinigung und Desinfektion beim Zapfkopf

Ein gutes Praxisbeispiel ist der Fasswechsel. Der Anschlussbereich von Zapfkopf und Fitting gehört zu den hygienisch besonders sensiblen Stellen der Schankanlage. Vor dem Anschluss eines neuen Getränkebehälters sollte dieser Bereich gereinigt und idealerweise mit einem dafür geeigneten Mittel desinfiziert werden.

Nach der Anwendung eines Desinfektionsmittels sind immer die Herstellerangaben zu beachten. Bei desinfizierten Zapfköpfen und Steckverbindungen weist die BGN ausdrücklich darauf hin, diese erst nach dem erforderlichen Ablüften beziehungsweise Verdunsten des eingesetzten Mittels wieder anzuschließen.

Merke:

Reinigung entfernt Verschmutzungen. Desinfektion reduziert Mikroorganismen. Eine Desinfektion ist kein Ersatz für eine gründliche Reinigung, sondern baut auf einer sauberen Oberfläche auf.

Alkalisch oder sauer: Welcher Reiniger ist für Bierleitungen richtig?

Bei der Reinigung einer Bierleitung ist nicht nur entscheidend, dass ein Reinigungsmittel verwendet wird. Das Mittel muss auch zu der Verschmutzung passen, die entfernt werden soll. Deshalb gibt es für Getränkeschankanlagen unter anderem alkalische und saure Reiniger.

Beide Reiniger haben unterschiedliche Aufgaben und sind nicht einfach austauschbar: Alkalische Reiniger wirken vor allem gegen organische Verschmutzungen, während saure Reiniger insbesondere mineralische Ablagerungen wie Bierstein entfernen.

ReinigerTypische VerschmutzungenAufgabe
Alkalischz. B. Eiweiß, Hefe, Zuckerreste, Hopfenharze und andere organische RückständeOrganische Verschmutzungen lösen und entfernen
Sauervor allem mineralische Ablagerungen wie BiersteinMineralische Ablagerungen lösen und entfernen

Was entfernt ein alkalischer Bierleitungsreiniger?

Alkalische Reinigungsmittel sind besonders für organische Verschmutzungen geeignet. Dazu gehören beispielsweise Rückstände aus Eiweiß, Hefe, Zucker und Hopfenbestandteilen, die sich während des Ausschanks in den produktberührten Bereichen der Schankanlage ablagern können.

Deshalb spielt die alkalische Reinigung bei Bierleitungen eine wichtige Rolle in der regelmäßigen Unterhaltsreinigung.

Wann wird ein saurer Reiniger benötigt?

Ein saurer Reiniger hat eine andere Aufgabe. Er wird insbesondere eingesetzt, um mineralische Ablagerungen wie Bierstein zu entfernen. Solche Ablagerungen lassen sich mit einem alkalischen Reiniger nicht auf dieselbe Weise beseitigen.

Alkalische und saure Reinigung ergänzen sich deshalb. Welche Anwendung in welchem Rhythmus sinnvoll ist, richtet sich nach dem verwendeten Reinigungsmittel, dem Zustand der Anlage und den Vorgaben des Herstellers.

Wichtig: Bierstein wird nicht mit der alkalischen Reinigung gleichgesetzt

Alkalische Reiniger sind vor allem für organische Rückstände gedacht. Für mineralische Ablagerungen wie Bierstein wird ein geeigneter saurer Reiniger eingesetzt. Genau deshalb gibt es beide Reinigungsarten.

Müssen alkalische und saure Reiniger verwendet werden, damit sich Bakterien nicht „gewöhnen“?

Nein, das ist nicht der Grund. Alkalische und saure Reinigungsmittel werden nicht deshalb eingesetzt, damit sich Bakterien nicht an einen Reiniger gewöhnen. Der entscheidende Unterschied liegt in den verschiedenen Arten von Ablagerungen, gegen die die Reiniger wirken.

Organische Rückstände und mineralischer Bierstein stellen unterschiedliche Reinigungsaufgaben dar. Deshalb kann je nach Zustand und Nutzung der Schankanlage sowohl eine alkalische als auch eine saure Reinigung erforderlich sein.

Welche Reiniger gibt es für das Bevi Handy?

Für das Bevi Handy gibt es die dafür vorgesehenen Bevi Tabs in alkalischer und saurer Ausführung. Die Tablette wird zusammen mit der passenden Schwammkugel in das Reinigungssystem eingesetzt. Das Bevi Handy kombiniert damit die Wirkung des Reinigungsmittels mit der mechanischen Reinigung der Leitungswand.

Andere pulverförmige oder flüssige Reinigungsmittel werden nicht einfach anstelle der vorgesehenen Tabs in das Bevi Handy eingefüllt. Welches Reinigungsmittel zu welchem Reinigungssystem gehört, erklären wir im nächsten Abschnitt noch einmal übersichtlich.

Achtung: Reinigungsmittel niemals miteinander mischen!

Alkalische und saure Reiniger werden getrennt und entsprechend der jeweiligen Herstelleranleitung eingesetzt. Reinigungs- und Desinfektionsmittel dürfen nicht beliebig miteinander vermischt werden. Je nach Produkt können dabei gefährliche chemische Reaktionen entstehen.

Nach jeder chemischen Reinigung müssen die verwendeten Reinigungsmittel entsprechend ihrer Gebrauchsanweisung ausreichend einwirken und anschließend vollständig mit frischem Trinkwasser aus der Schankanlage ausgespült werden.

Welches Reinigungsmittel passt zu welchem Reinigungssystem?

Bevi Handy, Reinigungsbehälter und Bevi MiniMax arbeiten unterschiedlich. Deshalb kannst du nicht jedes Reinigungsmittel in jedem Reinigungssystem verwenden. Entscheidend ist immer, welches Mittel für das jeweilige Gerät beziehungsweise Verfahren vorgesehen ist.

ReinigungssystemPassendes ReinigungsmittelReinigungsart
Bevi HandyBevi Tabs alkalisch oder sauerchemisch-mechanisch mit Schwammkugeln
Reinigungsbehältergeeignete Pulver- oder Flüssigreiniger, z. B. TM Desana Maxchemisch, ohne Schwammkugeln
Bevi MiniMaxz. B. Bevi Power oder Bevi Liquid nach Herstellerangabechemisch oder chemisch-mechanisch

Bevi Handy: Bevi Tabs verwenden

Das Bevi Handy ist für die Verwendung mit den dafür vorgesehenen Bevi Tabs ausgelegt. Dabei stehen alkalische und saure Bevi Tabs für unterschiedliche Reinigungsaufgaben zur Verfügung.

Beim chemisch-mechanischen Verfahren werden Reinigungsmittel und Schwammkugel gemeinsam eingesetzt. Die Tablette wird zusammen mit der passenden Schwammkugel in das Adapterschauglas eingelegt. Anschließend wird der Reinigungsvorgang mit Wasser gestartet.

Wichtig beim Bevi Handy:

Pulverreiniger wie TM Desana Max oder flüssige Reiniger werden nicht einfach in das Bevi Handy eingefüllt. Verwende hier die für das System vorgesehenen Bevi Tabs und beachte die jeweilige Gebrauchsanweisung.

Reinigungsbehälter: Pulver oder Flüssigreiniger

Bei einem Reinigungsbehälter funktioniert das Verfahren anders. Hier wird die Reinigungslösung zunächst aus Wasser und einem dafür geeigneten pulverförmigen oder flüssigen Reinigungsmittel angesetzt. Anschließend wird der Zapfkopf auf den Reinigungsbehälter gesetzt und die Lösung durch die Bierleitung geführt.

Der große Vorteil dieses Verfahrens ist die einfache Handhabung. Du benötigst für die Leitungsreinigung keine Schwammkugeln und musst keinen zusätzlichen Reinigungskreislauf über die Zapfhähne aufbauen.

Für diese Art der Reinigung eignen sich beispielsweise Produkte aus der TM Desana Max Serie.

TM Desana Max FP: für die regelmäßige Unterhaltsreinigung

TM Desana Max FP ist ein chlorfreier Pulverreiniger mit integriertem Farbindikator. Das Mittel ist besonders für die regelmäßige Unterhaltsreinigung von Getränkeschankanlagen vorgesehen.

Der Farbumschlag hilft während des Reinigungsvorgangs dabei zu erkennen, ob die Reinigungslösung noch mit Verschmutzungen reagiert. Dadurch erhältst du zusätzlich zur chemischen Reinigung eine visuelle Kontrolle über den Reinigungsprozess.

TM Desana Max CL: für stärkere Verschmutzungen und Grundreinigung

TM Desana Max CL ist ebenfalls ein alkalischer Pulverreiniger mit Farbindikator, ist aber für stärkere und hartnäckigere Verschmutzungen ausgelegt. Der Hersteller nennt ihn unter anderem für die Grundreinigung älterer oder stärker verschmutzter Schankanlagen.

Damit haben FP und CL nicht einfach nur eine andere Farbe oder Verpackung. Die beiden Produkte haben unterschiedliche Schwerpunkte bei der Reinigung.

Einfach merken:

Bevi Handy = Bevi Tabs.
Reinigungsbehälter = geeigneter Pulver- oder Flüssigreiniger.
MiniMax = geeignete Reiniger nach Herstellerangabe, z. B. Bevi Power oder Bevi Liquid.

Bevi MiniMax: Reinigungsmittel für den professionelleren Einsatz

Das Bevi MiniMax ist für die chemische und chemisch-mechanische Vollreinigung von Getränkeleitungen ausgelegt. BeviClean empfiehlt für dieses Gerät unter anderem Bevi Power oder Bevi Liquid.

Bevi Power ist in alkalischer und saurer Ausführung erhältlich. Bevi Liquid ist ein alkalisches Grundreinigungsmittel für stärkere Verschmutzungen. Welches Mittel eingesetzt wird, richtet sich nach Reinigungsaufgabe, Verschmutzung und Herstellerangabe.

Warum diese Zuordnung wichtig ist

Die Wahl des Reinigungsmittels sollte deshalb immer in zwei Schritten erfolgen: Zuerst entscheidest du, mit welchem Reinigungssystem du arbeitest. Danach wählst du das dazu passende Reinigungsmittel und innerhalb dieser Produktgruppe die geeignete chemische Wirkung.

So vermeidest du beispielsweise, einen Pulverreiniger für ein Bevi Handy zu kaufen oder Schwammkugeln für eine Reinigung mit einem Reinigungsbehälter einzuplanen.

Unabhängig vom verwendeten System gilt: Dosierung, Einwirkzeit, Temperatur, persönliche Schutzausrüstung und Nachspülmenge richten sich immer nach der Gebrauchsanweisung des jeweiligen Reinigungsmittels und Reinigungsgerätes.

Bierleitung mit Reinigungsbehälter reinigen: Schritt für Schritt

Die chemische Reinigung mit einem Reinigungsbehälter ist eine der einfachsten Möglichkeiten, eine Bierleitung selbst zu reinigen. Der Reinigungsbehälter übernimmt dabei praktisch die Stelle des Bierfasses: Du setzt deinen vorhandenen Zapfkopf auf den Behälter und förderst die vorbereitete Reinigungslösung durch die Getränkeleitung.

Für dieses Verfahren benötigst du keine Schwammkugeln. Die Reinigung erfolgt chemisch mit einem dafür geeigneten Pulver- oder Flüssigreiniger.

Der große Vorteil:

Du musst keinen zusätzlichen Reinigungskreislauf über die Zapfhähne aufbauen. Reinigungsbehälter vorbereiten, Zapfkopf aufsetzen und die Leitung kann über das vorhandene System gespült werden. Gerade bei einfach aufgebauten Zapfanlagen ist das eine sehr unkomplizierte Reinigungsmethode.

Was brauchst du für die Reinigung?

  • einen Reinigungsbehälter mit passendem Fitting für deinen Zapfkopf,
  • einen geeigneten Pulver- oder Flüssigreiniger,
  • frisches Trinkwasser,
  • bei Bedarf persönliche Schutzausrüstung nach Herstellerangabe des Reinigungsmittels und
  • eine Möglichkeit zur Kontrolle, dass nach der Reinigung keine Reinigungsmittelreste mehr in der Anlage vorhanden sind.

1. Bierfass abkoppeln und Anlage vorbereiten

Trenne zunächst das Bierfass von der Zapfanlage. Bevor du einen Reinigungsbehälter anschließt, sollte auch der Anschlussbereich des Zapfkopfes sauber sein.

Die BGN empfiehlt, den Anschlussbereich von Zapfkopf und Getränkebehälter vor jedem neuen Anschluss zu reinigen und idealerweise zu desinfizieren. Auf die gründliche Reinigung des Zapfkopfes gehen wir weiter unten noch ausführlich ein.

2. Zuerst das restliche Bier mit Wasser aus der Leitung spülen

Fülle den Reinigungsbehälter zunächst mit frischem Trinkwasser und setze den Zapfkopf auf. Spüle nun so lange über den Zapfhahn, bis das restliche Bier aus der Leitung verdrängt wurde und klares Wasser austritt.

Damit verhinderst du, dass sich die anschließend verwendete Reinigungslösung unnötig mit größeren Mengen Restbier vermischt.

3. Reinigungslösung nach Herstellerangabe ansetzen

Bereite jetzt die Reinigungslösung mit einem für Getränkeschankanlagen geeigneten Pulver- oder Flüssigreiniger vor. Geeignet sind je nach Reinigungsaufgabe beispielsweise Produkte wie TM Desana Max oder andere ausdrücklich für dieses Verfahren vorgesehene Reiniger.

Konzentration, Wassertemperatur und Einwirkzeit richten sich immer nach den Angaben des jeweiligen Reinigungsmittelherstellers. Eine pauschale Dosierung für alle Reiniger gibt es nicht.

Sicherheitshinweis:

Reinigungsmittel niemals miteinander mischen. Trage die vom Hersteller vorgeschriebene Schutzausrüstung und bereite die Reinigungslösung nur entsprechend der Gebrauchsanweisung zu.

4. Reinigungslösung durch die Bierleitung fördern

Fülle die angesetzte Reinigungslösung in den Reinigungsbehälter und setze den Zapfkopf wieder auf. Fördere anschließend die Reinigungslösung durch die Bierleitung, bis sie am Zapfhahn austritt.

Damit ist sichergestellt, dass die Getränkeleitung vollständig mit Reinigungslösung gefüllt ist.

Bei gewerblichen Anlagen wichtig:

Wenn während der Reinigung Reinigungsflüssigkeit über einen Zapfhahn entnommen werden könnte, muss verhindert werden, dass versehentlich daraus ausgeschenkt wird. Die BGN empfiehlt dafür einen deutlich sichtbaren Warnhinweis an der Zapfarmatur.

5. Reinigungsmittel einwirken lassen

Jetzt muss das Reinigungsmittel ausreichend Zeit bekommen, um Verschmutzungen in der Getränkeleitung zu lösen. Halte dich dabei an die vorgegebene Einwirkzeit des Herstellers.

Die BGN nennt bei Reinigungsmitteln als allgemeinen Richtwert häufig mindestens 15 Minuten, entscheidend bleibt jedoch immer die konkrete Gebrauchsanweisung des eingesetzten Produktes.

6. Reinigungslösung vollständig ausspülen

Nach Ablauf der Einwirkzeit darf die Reinigungslösung nicht in der Bierleitung verbleiben. Leere beziehungsweise entferne die Reinigungslösung entsprechend der Herstellerangabe und fülle den Reinigungsbehälter anschließend mit frischem Trinkwasser.

Spüle nun ausreichend Wasser durch die gesamte Getränkeleitung, bis alle Reinigungsmittelreste sicher entfernt sind.

7. Nachspülwasser kontrollieren

Bevor wieder Bier durch die Anlage fließt, muss sichergestellt sein, dass sich keine Reinigungsmittelreste mehr in der Leitung befinden.

Die BGN nennt dafür unter anderem die Kontrolle des Nachspülwassers auf Geruch, Geschmack und Trübung sowie geeignete zusätzliche Prüfverfahren, beispielsweise Farbindikatoren. Je nach verwendetem Reinigungsmittel kann auch geeignetes Indikatorpapier zur Kontrolle eingesetzt werden.

Bei gewerblichen Anlagen gehört die Kontrolle der Reinigungsmittelfreiheit zur betrieblichen Eigenkontrolle und sollte entsprechend dokumentiert werden.

8. Zapfhahn und Zapfkopf nicht vergessen

Mit dem Durchspülen der Bierleitung ist die Reinigung der gesamten Schankanlage noch nicht abgeschlossen. Im Zuge der regelmäßigen Grundreinigung sollten auch Zapfhahn und Zapfkopf zerlegt und gründlich gereinigt werden.

Gerade dort befinden sich kleine Bohrungen, Dichtflächen und bewegliche Bauteile, die durch einfaches Durchspülen der Bierleitung nicht vollständig erreicht werden. Weiter unten zeigen wir dir deshalb separat, wie du Zapfhahn und Zapfkopf richtig reinigst.

Wichtig zu wissen:

Mit einem Reinigungsbehälter wird die Bierleitung chemisch gereinigt. Schwammkugeln werden bei diesem Verfahren nicht eingesetzt. Möchtest du chemische Reinigung und mechanische Unterstützung durch Schwammkugeln kombinieren, benötigst du ein dafür geeignetes Reinigungsgerät wie das Bevi Handy.

Bierleitung mit dem Bevi Handy reinigen: Schritt für Schritt

Das Bevi Handy arbeitet nach dem chemisch-mechanischen Reinigungsverfahren. Dabei wirken ein geeigneter Bevi Tab und passende Schwammkugeln gemeinsam: Die Reinigungslösung löst Verschmutzungen, während die Schwammkugeln zusätzlich die Innenwand der Bierleitung mechanisch bearbeiten.

Damit das funktioniert, wird mit den Getränkeleitungen ein Reinigungskreislauf hergestellt. Wie dieser Kreislauf bei einer ein-, zwei- oder dreileitigen Zapfanlage aufgebaut wird, zeigen wir dir im nächsten Abschnitt ausführlich.

Wichtig vor dem Start:

Das Bevi Handy benötigt einen Frischwasseranschluss und die zu deiner Zapfanlage passenden Reinigungsadapter. Die Reinigungsadapter gehören nicht automatisch zum Gerät, da je nach verwendetem Zapfhahn unterschiedliche Größen benötigt werden.

Was brauchst du für die Reinigung mit dem Bevi Handy?

  • Bevi Handy mit den benötigten Verbindungsschläuchen,
  • passende Reinigungsadapter für deine Zapfhähne,
  • einen Zapfhahnschlüssel zum Abnehmen der Hahnkörper,
  • passende Schwammkugeln für den Innendurchmesser deiner Bierleitung,
  • Bevi Tab alkalisch oder sauer passend zur Reinigungsaufgabe,
  • Frischwasseranschluss,
  • Abfluss beziehungsweise Spülbecken und
  • bei Bedarf Kellerverbinder oder weitere Verbindungsteile für mehrleitige Anlagen.

1. Bevi Handy an das Frischwasser anschließen

Das Bevi Handy arbeitet mit dem vorhandenen Wasserdruck und benötigt keinen Stromanschluss. Der Wasserzulaufschlauch unseres Bevi-Handy-Sets besitzt bereits einen 3/8-Zoll-Anschluss, der beispielsweise an einen passenden Unterspülanschluss einer Mischbatterie angeschlossen werden kann.

Je nach vorhandener Wasserinstallation sind auch andere Anschlussmöglichkeiten möglich. Entscheidend ist ein sicherer Frischwasseranschluss entsprechend der Geräteanleitung.

2. Zapfanlage vom Getränk trennen

Trenne zunächst die Zapfköpfe beziehungsweise Kegs von den Getränkebehältern. Die Bierleitungen werden anschließend so miteinander und mit dem Bevi Handy verbunden, dass ein geschlossener Reinigungskreislauf entsteht.

Bei einer einleitigen Anlage wird dieser Kreislauf anders aufgebaut als bei zwei oder drei Leitungen. Deshalb erklären wir die verschiedenen Verschaltungen im nächsten Kapitel getrennt.

3. Zapfhähne vorne demontieren

Bei den üblichen Kolben- und Kompensatorzapfhähnen wird der Hahnkörper vorne an der gelochten Rändelmutter mit einem Zapfhahnschlüssel gelöst und abgenommen. An seiner Stelle wird der passende Reinigungsadapter montiert und mit dem Schlauch des Bevi Handy verbunden.

Nicht den kompletten Zapfhahnanschluss aus der Schanksäule schrauben!

Für die Reinigung wird nur der vordere Hahnkörper an der gelochten Rändelmutter abgenommen. Welcher Reinigungsadapter dazu passt und wie du das richtige Maß am Hahnkörper bestimmst, erklären wir weiter unten ausführlich.

4. Zuerst das restliche Bier mit Wasser ausspülen

Führe den Abwasserschlauch in ein Spülbecken oder einen geeigneten Ablauf und öffne anschließend die Frischwasserzufuhr. Das Wasser verdrängt zunächst das verbliebene Bier aus den Leitungen.

Lasse Wasser durch das System laufen, bis das Getränk aus den Leitungen entfernt ist. Danach wird die Wasserzufuhr wieder geschlossen.

5. Bevi Tab und Schwammkugel einsetzen

Für das Bevi Handy werden die dafür vorgesehenen Bevi Tabs verwendet. Lege den passenden Reinigungsschwamm und den Bevi Tab entsprechend der Geräte- und Reinigungsmittelanleitung in das Adapterschauglas ein.

Für Bier stehen Bevi Tabs in alkalischer und saurer Ausführung zur Verfügung. Welche Variante benötigt wird, richtet sich nach der Reinigungsaufgabe.

Die Schwammkugel muss passend zum Innendurchmesser der Bierleitung gewählt werden. Für Bierleitungen sind insbesondere 4, 7 und 10 mm Innendurchmesser gebräuchlich. Auf die richtige Auswahl der Schwammkugel gehen wir weiter unten noch genauer ein.

6. Reinigungslösung und Schwamm durch die Bierleitung führen

Öffne die Wasserzufuhr wieder. Der Wasserdruck löst den Bevi Tab auf und bewegt die Reinigungslösung zusammen mit der Schwammkugel durch den Reinigungskreislauf.

Über die transparenten Schaugläser kannst du beobachten, wie die Schwammkugel durch die Leitung geführt wird. Sobald sie das gegenüberliegende Schauglas erreicht hat, wird die Wasserzufuhr wieder geschlossen.

7. Reinigungsmittel einwirken lassen

Jetzt benötigt das Reinigungsmittel ausreichend Zeit, um Verschmutzungen zu lösen. BeviClean nennt für die Anwendung mit Bevi Handy eine Einwirkzeit von etwa 15 Minuten. Bei Bevi Tabs ist die jeweils aktuelle Gebrauchsanweisung maßgeblich und die dort angegebene maximale Einwirkzeit darf nicht überschritten werden.

Während dieser Zeit bleibt die Getränkeleitung mit Reinigungslösung gefüllt.

Wichtig:

Konzentration und Einwirkzeit nicht nach Gefühl verändern. Halte dich immer an die aktuelle Gebrauchsanweisung des verwendeten Bevi Tabs.

8. Leitung mechanisch weiter reinigen

Je nach Aufbau des verwendeten Bevi-Handy-Systems kann die Schwammkugel durch Umschalten der Fließrichtung erneut durch die Bierleitung geführt werden. Dadurch wird die Leitungswand zusätzlich mechanisch bearbeitet.

Unsere Anleitung für das Bevi Handy beschreibt dafür das Umschalten des Gerätes und das wiederholte Durchführen der Schwammkugeln durch den Reinigungskreislauf.

9. Gründlich mit frischem Trinkwasser nachspülen

Nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit muss die Reinigungslösung vollständig aus der Zapfanlage entfernt werden. Spüle deshalb ausreichend frisches Trinkwasser durch den gesamten Reinigungskreislauf.

Weitergespült wird, bis keine Reinigungsmittelreste mehr vorhanden sind und klares Nachspülwasser austritt.

10. Kontrollieren, ob die Leitung frei von Reinigungsmittel ist

Bevor die Zapfanlage wieder mit einem Getränk verbunden wird, muss sichergestellt sein, dass keine Reinigungsmittelreste mehr in der Leitung vorhanden sind.

Zusätzlich zur visuellen und sensorischen Kontrolle kannst du ein für das verwendete Reinigungsmittel geeignetes Indikatorverfahren einsetzen. Bei passenden Reinigern kann beispielsweise Indikatorpapier zur Kontrolle des Nachspülwassers verwendet werden.

11. Reinigungsgerät abbauen und Zapfanlage wieder zusammenbauen

Wenn die Leitungen ausreichend nachgespült wurden, wird das Bevi Handy vom System getrennt. Entferne die Reinigungsadapter und montiere anschließend die gereinigten Zapfhähne wieder.

Auch Zapfhahn und Zapfkopf sollten bei der regelmäßigen Reinigung separat berücksichtigt werden. Das Durchspülen der Getränkeleitung ersetzt nicht die gründliche Reinigung dieser Bauteile.

Praxis-Tipp:

Bereite vor der Reinigung alle benötigten Reinigungsadapter, Schwammkugeln und Verbindungsteile vor. Gerade bei mehrleitigen Anlagen spart das viel Zeit, weil der Reinigungskreislauf anschließend ohne Unterbrechung aufgebaut werden kann.

1-, 2- und 3-leitige Zapfanlagen mit dem Bevi Handy reinigen

Damit das Bevi Handy chemisch-mechanisch reinigen kann, muss aus den Bierleitungen ein Reinigungskreislauf entstehen. Wie dieser Kreislauf hergestellt wird, hängt davon ab, ob deine Zapfanlage eine, zwei oder drei Getränkeleitungen besitzt.

Das Grundprinzip bleibt immer gleich: Auf der Zapfhahnseite werden die Hahnkörper abgenommen und durch passende Reinigungsadapter ersetzt. Auf der Fassseite werden die Getränkeleitungen so miteinander beziehungsweise mit dem Reinigungssystem verbunden, dass das Wasser mit Reinigungslösung und Schwammkugeln durch die komplette Leitung geführt werden kann.

Vorbereitung:

Prüfe vor Beginn, ob du die passenden Reinigungsadapter für deine Zapfhähne, einen Zapfhahnschlüssel und die benötigten Verbindungsteile griffbereit hast. Bei mehrleitigen Anlagen kann zusätzlich ein Kellerverbinder oder ein Y-Stück benötigt werden.

1-leitige Zapfanlage reinigen

Auch bei nur einer Bierleitung muss ein geschlossener Reinigungskreislauf hergestellt werden. Da keine zweite Bierleitung vorhanden ist, mit der die erste Leitung auf der Fassseite direkt verbunden werden kann, wird hier zusätzlich eine Bierschlauchtülle mit Mutter zusammen mit dem Kellerverbinder benötigt.

Das brauchst du zusätzlich:

  • 1 passenden Reinigungsadapter für den Zapfhahn,
  • Zapfhahnschlüssel,
  • Bierschlauchtülle mit Mutter,
  • den beim Bevi Handy mitgelieferten Kellerverbinder.

So stellst du den Reinigungskreislauf her:

  1. Getränkebehälter trennen:
    Nimm den Zapfkopf beziehungsweise die Keg-Kupplung vom Fass oder Keg ab.
  2. Bierleitung auf der Fassseite lösen:
    Trenne die Bierleitung vom Zapfkopf beziehungsweise von der Getränkekupplung.
  3. Bierleitung mit dem Bevi Handy verbinden:
    Verbinde das freie Leitungsende mit Bierschlauchtülle und Mutter sowie dem Kellerverbinder mit einem Schlauch, der zu einem Schauglas des Bevi Handy führt.
  4. Zapfhahnkörper abnehmen:
    Löse vorne die gelochte Rändelmutter mit dem Zapfhahnschlüssel und nimm den Hahnkörper ab.
  5. Reinigungsadapter montieren:
    Setze anstelle des Hahnkörpers den passenden Reinigungsadapter ein und verbinde ihn mit dem Schlauch zum zweiten Schauglas des Bevi Handy.

Damit ist die einzelne Bierleitung an beiden Enden mit dem Reinigungsgerät verbunden und der Reinigungskreislauf geschlossen.

Warum braucht eine einleitige Anlage die zusätzliche Bierschlauchtülle?

Bei zwei Leitungen können die beiden Bierleitungen auf der Fassseite direkt miteinander verbunden werden. Bei nur einer Leitung fehlt dieses zweite Leitungsende. Deshalb wird die einzelne Bierleitung über Bierschlauchtülle, Kellerverbinder und den Schlauch des Bevi Handy zurück zum Reinigungsgerät geführt.

2-leitige Zapfanlage reinigen

Bei einer zweileitigen Zapfanlage lässt sich der Reinigungskreislauf besonders praktisch aufbauen: Die beiden Bierleitungen werden auf der Fassseite miteinander verbunden. Dadurch kann die Reinigungslösung über eine Leitung hin und über die zweite Leitung wieder zurück zum Bevi Handy geführt werden.

Das brauchst du zusätzlich:

  • 2 passende Reinigungsadapter für die beiden Zapfhähne,
  • Zapfhahnschlüssel,
  • Kellerverbinder zum Verbinden der beiden Getränkeleitungen.

So stellst du den Reinigungskreislauf her:

  1. Beide Getränkebehälter trennen:
    Nimm beide Zapfköpfe beziehungsweise Keg-Kupplungen von den Getränkebehältern ab.
  2. Beide Bierleitungen auf der Fassseite verbinden:
    Löse die Leitungen von den Zapfköpfen beziehungsweise Kupplungen und verbinde die beiden Leitungsenden mit dem Kellerverbinder miteinander.
  3. Beide Zapfhahnkörper abnehmen:
    Löse die Hahnkörper vorne mit dem Zapfhahnschlüssel.
  4. Reinigungsadapter einsetzen:
    Montiere an beiden Zapfhahnanschlüssen den jeweils passenden Reinigungsadapter.
  5. Mit dem Bevi Handy verbinden:
    Verbinde jeden Reinigungsadapter mit einem der beiden Schläuche, die zu den Schaugläsern des Reinigungsgerätes führen.

Jetzt bilden beide Bierleitungen zusammen einen Kreislauf. Beim Umschalten des Bevi Handy können Reinigungslösung und Schwammkugeln durch die Leitungen in beide Richtungen geführt werden.

Praxis-Tipp:

Bei einer zweileitigen Anlage ist der Kellerverbinder ein entscheidendes Bauteil. Er verbindet die beiden Getränkeleitungen auf der Fassseite miteinander und macht daraus einen geschlossenen Reinigungskreislauf.

3-leitige Zapfanlage reinigen

Bei drei Bierleitungen gibt es zwei Möglichkeiten. Du kannst die Leitungen paarweise nacheinander reinigen oder die Leitungen mit einem passenden Y-Stück auf der Fassseite miteinander verbinden.

Variante 1: Leitungen paarweise reinigen

Diese Methode funktioniert im Prinzip genauso wie bei einer zweileitigen Anlage:

  1. Zuerst verbindest und reinigst du beispielsweise Leitung 1 und Leitung 2.
  2. Danach wird die Verbindung geändert und Leitung 1 und Leitung 3 miteinander gereinigt.

Damit werden alle drei Leitungen in den Reinigungsvorgang einbezogen. Der Nachteil ist, dass die Verbindung auf der Fassseite zwischen den Reinigungsgängen verändert werden muss.

Variante 2: Drei Leitungen mit Y-Stück verbinden

Bei einer dreileitigen Anlage kann alternativ ein Y-Stück mit drei 5/8-Zoll-Außengewinden eingesetzt werden. Damit lassen sich die drei Getränkeleitungen auf der Fassseite gemeinsam verbinden.

Der praktische Vorteil liegt vor allem bei Anlagen, bei denen die Fässer beziehungsweise Leitungsanschlüsse weiter entfernt vom Zapfplatz stehen: Die Verbindung muss nicht zwischen den Reinigungsschritten immer wieder im Keller oder Kühlraum umgebaut werden.

Welche Variante ist besser?

Beide Varianten sind möglich. Bei gut erreichbaren Leitungsanschlüssen ist das paarweise Reinigen einfach umzusetzen. Bei längeren Wegen zwischen Zapfstelle und Fasslager kann das Y-Stück die Vorbereitung deutlich komfortabler machen.

Warum ist der Reinigungskreislauf so wichtig?

Das Bevi Handy ist darauf ausgelegt, Reinigungslösung und Schwammkugeln durch die Getränkeleitungen zu bewegen. Erst durch die richtige Verbindung der Leitungen kann die Schwammkugel von einem Schauglas durch die Bierleitung zum anderen Schauglas geführt und anschließend durch Umschalten wieder zurückgeschickt werden.

Gerade bei mehrleitigen Anlagen lohnt es sich deshalb, die benötigten Adapter und Verbindungsteile einmal passend zur eigenen Zapfanlage zusammenzustellen. Bei späteren Reinigungen ist der Kreislauf dann schnell wieder aufgebaut.

Wichtig:

Die genaue Verschaltung hängt vom Aufbau deiner Schankanlage, den verwendeten Zapfhähnen, Zapfköpfen beziehungsweise Keg-Kupplungen und den vorhandenen Leitungsanschlüssen ab. Vor der ersten Reinigung solltest du deshalb prüfen, welche Adapter und Verbindungsteile für deine Anlage erforderlich sind.

Reinigungsadapter in 5 Schritten bestimmen

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Zapfhahn vorne lösen, Hahnkörper abnehmen und Außengewinde für den passenden Reinigungsadapter messen

Die Grafik zeigt dir den kompletten Ablauf: Löse den Zapfhahn vorne an der gelochten Rändelmutter, nimm den Hahnkörper nach vorne ab und miss anschließend das Außengewinde am abgenommenen Hahnkörper.

1. Zapfhahn vorne am Anschluss erkennen

Der Zapfhahn sitzt vorne an der Schanksäule oder am Durchlaufkühler. Für die Bestimmung des Reinigungsadapters wird nicht der komplette hintere Anschluss aus der Anlage geschraubt. Entscheidend ist nur der vordere Hahnkörper.

2. Gelochte Rändelmutter finden

Direkt hinter dem Hahnkörper befindet sich die gelochte Rändelmutter. An dieser Stelle wird der Zapfhahn für die Reinigung gelöst. Der dahinterliegende Anschluss an Schanksäule oder Durchlaufkühler bleibt montiert.

3. Rändelmutter mit dem Zapfhahnschlüssel lösen

Setze einen Zapfhahnschlüssel in eine der Bohrungen der Rändelmutter ein und löse diese vorsichtig. Anschließend kannst du den Hahnkörper nach vorne vom Anschluss abnehmen.

4. Hahnkörper nach vorne abnehmen

Nach dem Lösen hältst du den eigentlichen Zapfhahn beziehungsweise Hahnkörper in der Hand. Am hinteren Ende des abgenommenen Hahnkörpers befindet sich das Außengewinde, das für die Auswahl des Reinigungsadapters entscheidend ist.

5. Außengewinde am Hahnkörper messen

Miss mit einem Messschieber den Außendurchmesser dieses Außengewindes. Setze den Messschieber gerade von einer Außenseite des Gewindes zur gegenüberliegenden Außenseite an.

Misst du ungefähr 28 mm, benötigst du einen passenden 28-mm-Reinigungsadapter. Bei ungefähr 30 mm wählst du die entsprechende 30-mm-Ausführung.

Bitte wirklich am Hahnkörper messen:

Nicht das Innengewinde messen, das nach dem Abnehmen des Zapfhahns an der Schanksäule oder am Durchlaufkühler zurückbleibt. Auch das hintere 5/8-Zoll-Anschlussgewinde ist für die Auswahl dieses Reinigungsadapters nicht das richtige Maß.

Weitere Größen und Ausführungen findest du in unserer Auswahl an Reinigungsadaptern für Zapfhähne.

Wie viele Reinigungsadapter brauche ich?

Die Anzahl der benötigten Reinigungsadapter hängt davon ab, wie viele Bierleitungen du mit dem Bevi Handy in den Reinigungskreislauf einbinden möchtest.

  • 1-leitige Zapfanlage: In der Regel benötigst du 1 passenden Reinigungsadapter.
  • 2-leitige Zapfanlage: In der Regel benötigst du 2 passende Reinigungsadapter.
  • 3-leitige Zapfanlage: Je nach Verschaltung werden entsprechend mehrere Reinigungsadapter benötigt.
Wichtig:

Prüfe jeden Zapfhahn einzeln. Bei einer mehrleitigen Zapfanlage müssen nicht zwingend alle Zapfhähne dasselbe Gewinde besitzen. Miss deshalb im Zweifel jeden abgenommenen Hahnkörper separat.

Wie du die Leitungen anschließend miteinander verbindest, zeigen wir im Abschnitt 1-, 2- und 3-leitige Zapfanlagen reinigen.

Welchen Innendurchmesser hat meine Bierleitung?

Bevor du Schwammkugeln auswählst, solltest du wissen, welchen Innendurchmesser deine Bierleitung besitzt. Bei klassischen Durchlaufkühlern werden besonders häufig Bierleitungen mit 7 mm oder 10 mm Innendurchmesser verwendet.

Am einfachsten lässt sich die Größe häufig direkt am Getränkeeingang des Durchlaufkühlers erkennen. Schraube die Bierleitung am Eingang des Kühlgerätes ab. An der freiliegenden Anschlussbohrung kannst du erkennen beziehungsweise messen, ob es sich um einen Anschluss für 7 mm oder 10 mm Bierleitung handelt.

Getränkeeingang am Durchlaufkühler zur Bestimmung des Innendurchmessers einer 7 oder 10 mm Bierleitung Am Getränkeeingang des Durchlaufkühlers lässt sich der Leitungsquerschnitt gut erkennen beziehungsweise messen.
Praxis-Tipp:

7-mm-Bierleitungen sind bei vielen klassischen Durchlaufkühlern besonders verbreitet. 10 mm kommen ebenfalls regelmäßig vor. 4-mm-Bierleitungen findet man typischerweise eher bei kurzen Leitungswegen, zum Beispiel in Zapfkühlschränken oder direkt gekühlten Theken.

Wichtig: Für die Auswahl der Schwammkugel ist der Innendurchmesser der Getränkeleitung entscheidend. Nicht einfach den Außendurchmesser des Bierschlauchs messen.

Welche Schwammkugel passt zu welcher Bierleitung?

Wenn du den Innendurchmesser deiner Bierleitung kennst, ist die Auswahl einfach. Schwammkugeln werden passend zur jeweiligen Leitungsgröße angeboten. Besonders häufig werden bei Schankanlagen 7-mm-Bierleitungen verwendet.

Innendurchmesser BierleitungPassende SchwammkugelTypischer Einsatz
4 mmSchwammkugel für 4-mm-Leitungenhäufig bei kurzen Leitungswegen, z. B. Zapfkühlschrank oder gekühlte Theke
7 mmSchwammkugel für 7-mm-Leitungensehr häufig bei klassischen Bierleitungen und Durchlaufkühlern
10 mmSchwammkugel für 10-mm-Leitungengrößere Leitungsquerschnitte

Warum ist die Schwammkugel größer als der Leitungsquerschnitt?

Die Schwammkugel selbst ist bewusst größer als der Innendurchmesser der Bierleitung. Beim Durchlaufen wird der weiche Schwamm zusammengedrückt und liegt dadurch an der gesamten Innenwand der Leitung an. Genau diese mechanische Berührung unterstützt das Ablösen von Belägen.

Du musst deshalb nicht den tatsächlichen Durchmesser der Schwammkugel berechnen. Wähle einfach die Ausführung, die ausdrücklich für deine Leitungsgröße angeboten wird, zum Beispiel „für 7-mm-Bierleitungen“.

Wichtig: Schwammkugeln nur bei der chemisch-mechanischen Reinigung

Bei der Reinigung mit einem Reinigungsbehälter werden keine Schwammkugeln eingesetzt. Dort erfolgt die Bierleitungsreinigung rein chemisch. Schwammkugeln kommen bei einem dafür geeigneten Reinigungsgerät wie dem Bevi Handy zum Einsatz.

Reichen Wasser und Schwammkugeln allein aus?

Nein. Schwammkugeln unterstützen die Reinigung mechanisch, ersetzen aber kein geeignetes chemisches Reinigungsmittel. Die mechanische Wirkung kann Beläge von der Leitungswand lösen, für eine vollständige chemisch-mechanische Reinigung werden jedoch Reinigungsmittel und Schwammkugel gemeinsam eingesetzt.

Kann ich Schwammkugeln mehrfach verwenden?

Verwendete Schwammkugeln sollten nicht für den nächsten Reinigungsvorgang aufgehoben werden. In der porösen Struktur können sich gelöste Verschmutzungen und Mikroorganismen sammeln. Verwende deshalb für eine erneute Reinigung eine frische Schwammkugel.

Die passenden Größen und Packungsmengen findest du in unserer Produktwelt Schwammkugeln für Bierleitungen.

Zapfhahn und Zapfkopf richtig reinigen

Eine saubere Bierleitung allein reicht nicht aus. Zapfhahn und Zapfkopf gehören zu den hygienisch besonders wichtigen Bereichen einer Schankanlage, weil sie mit Getränk, Umgebungsluft und beim Bedienen teilweise auch mit den Händen in Kontakt kommen.

Die laufende Pflege dieser Bauteile und die gründliche Reinigung im Zuge der regelmäßigen Anlagenreinigung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Deshalb solltest du den Zapfhahn nicht erst dann beachten, wenn die Bierleitung gereinigt wird.

Zapfhahn richtig reinigen

Im Zapfhahn bleiben nach dem Ausschank kleine Mengen Bier zurück. Besonders Auslauftülle, Luftbohrung und die innenliegenden beweglichen Teile können dadurch mit der Zeit verkleben oder Ablagerungen bilden. Die BGN empfiehlt deshalb, Zapfhahn, Luftbohrung und Auslauftülle regelmäßig mit sauberem Trinkwasser zu spülen, insbesondere vor Betriebsbeginn, vor längeren Pausen und nach Betriebsende.

Zapfhahn am Tagesende mit warmem Wasser durchspülen

Für die laufende Pflege eignet sich ein Blasebalg für die Schankhahnreinigung. Er wird mit sauberem warmem Trinkwasser gefüllt und direkt an der Auslauftülle des Zapfhahns angesetzt.

Durch mehrmaliges kräftiges Drücken wird Wasser durch den Hahn gespült. Dabei werden Getränkereste aus der Auslauftülle und aus innenliegenden Bereichen herausgespült. Das hilft auch dabei, bewegliche Teile wie den inneren Kolben vor dem Verkleben durch eingetrocknete Bierreste zu schützen.

Praxis-Tipp:

Gerade nach Betriebsende lohnt sich dieser kleine Arbeitsschritt. Blasebalg mit warmem Trinkwasser füllen, an der Auslauftülle ansetzen und den Zapfhahn gründlich durchspülen. Das dauert nur kurze Zeit und verhindert, dass Getränkereste über Nacht im Hahn eintrocknen.

Zapfhahn schwergängig? Nicht mit Gewalt betätigen

Ein Zapfhahn, der sich plötzlich nur noch schwer öffnen oder schließen lässt, muss nicht sofort defekt sein. Eingetrocknete Getränkereste können den innenliegenden Kolben und andere bewegliche Teile festsetzen.

Versuche einen stark verklebten Zapfhahn nicht mit Gewalt zu betätigen. Aus unserer Praxis kennen wir Fälle, bei denen bei einem festgeklebten Hahn mit großer Kraft gearbeitet wurde und dadurch Bauteile der inneren Mechanik beschädigt wurden.

Ist der Hahn bereits stark verklebt, kannst du zunächst ein warmes, nasses Tuch um den Zapfhahn legen und die eingetrockneten Rückstände einweichen. Anschließend lässt sich der Hahn häufig leichter bewegen und gründlich mit warmem Trinkwasser durchspülen.

Merke:

Ein schwergängiger Zapfhahn ist kein Fall für mehr Kraft. Erst einweichen und reinigen, anschließend prüfen, ob tatsächlich ein technischer Defekt vorliegt.

Zapfhahn tropft oder läuft lange nach? Luftbohrung kontrollieren

Wenn ein Zapfhahn nach dem Schließen noch längere Zeit nachtropft, muss nicht automatisch eine Dichtung defekt sein. Eine mögliche Ursache kann auch eine verschmutzte oder zugesetzte Luftbohrung sein.

Bei vielen Zapfhähnen befindet sich unterhalb beziehungsweise hinter der Auslauftülle eine kleine Bohrung. Diese sorgt dafür, dass der Auslauf belüftet werden kann. Gerade diese unscheinbare Öffnung wird bei der Reinigung leicht übersehen.

Bierreste können dort eintrocknen und die kleine Bohrung verschließen. Deshalb sollte sie bei der Zapfhahnreinigung immer kontrolliert und vorsichtig gereinigt werden.

Fach-Tipp aus unserer Werkstatt:

Eine zugesetzte Luftbohrung lässt sich vorsichtig beispielsweise mit einem Zahnstocher freimachen. Ich knipse bei einer sauberen Hahnbürste auch die Öse am Ende mit einer Zange auf und nutze das schmale Ende vorsichtig zum Freimachen der Bohrung. Dabei nicht mit Gewalt arbeiten und die Bohrung weder aufweiten noch beschädigen.

Bei der Grundreinigung den Zapfhahn vollständig zerlegen

Das tägliche Durchspülen ersetzt nicht die regelmäßige gründliche Reinigung. Im Zuge der Reinigung der Bierleitung und der gesamten Schankanlage sollte auch der Zapfhahn demontiert und entsprechend seiner Bauart in seine reinigbaren Einzelteile zerlegt werden.

So erreichst du Bereiche, an die das Spülwasser beim täglichen Durchspülen nicht ausreichend gelangt. Dazu gehören insbesondere:

  • Auslauftülle,
  • Luftbohrung,
  • innere Getränkekanäle,
  • Kolben beziehungsweise bewegliche Bauteile,
  • Dichtflächen und
  • weitere produktberührte Einzelteile.

Besitzt dein Zapfhahn eine herausnehmbare schwarze Kunststoff-Auslauftülle, sollte auch diese aus dem Hahnkörper gezogen und separat gereinigt werden. Beachte dabei immer die Bauart und Herstellerangaben deines jeweiligen Zapfhahns.

Zapfhahn mit passenden Bürsten reinigen

Für die Reinigung der Bohrungen und Auslauftüllen eignen sich passende Zapfhahnbürsten. Je nach Bauart beziehungsweise Nennweite kannst du beispielsweise unsere:

verwenden. Mit den Bürsten lassen sich die Auslauftülle und weitere zugängliche Bohrungen mechanisch von Rückständen befreien.

Die Bürste sollte dabei selbst sauber und hygienisch einwandfrei sein. Eine verschmutzte Bürste wäre sonst eher eine neue Kontaminationsquelle als ein Reinigungswerkzeug.

Zapfhahnteile intensiv reinigen und desinfizieren

Für zerlegte Zapfhahnteile kannst du ein dafür geeignetes Reinigungs- beziehungsweise Desinfektionsverfahren verwenden. Eine passende Möglichkeit sind beispielsweise die BEVI Tab Oxygen.

Nach unserer aktuellen Produktanwendung wird dafür eine Tablette in etwa 500 ml Wasser aufgelöst. Die zu behandelnden Teile werden in die Lösung gelegt und mindestens 15 Minuten behandelt. Anschließend werden die Teile gründlich mit sauberem Wasser abgespült. Maßgeblich ist immer die aktuelle Gebrauchsanweisung des Herstellers.

Wichtig bei der Grundreinigung:

Erst gründlich reinigen, anschließend gegebenenfalls desinfizieren. Sichtbare oder anhaftende Verschmutzungen dürfen nicht einfach durch eine Desinfektion „übersprungen“ werden.

Zapfhahn nach der Reinigung wieder zusammenbauen

Spüle alle behandelten Teile entsprechend den Vorgaben des verwendeten Reinigungsmittels gründlich nach und kontrolliere sie auf Sauberkeit. Vor dem Zusammenbau sollten auch deine Hände sauber sein.

Baue den Zapfhahn anschließend entsprechend seiner Bauart wieder zusammen. Dabei kannst du gleichzeitig Dichtungen und bewegliche Bauteile kontrollieren. Erst danach wird der Hahn wieder an der Schanksäule beziehungsweise am Durchlaufkühler montiert.

Ein typischer Fehler:

Nur die Bierleitung zu reinigen und anschließend den ungereinigten Zapfhahn wieder anzubauen, macht wenig Sinn. Zur regelmäßigen Grundreinigung gehört deshalb auch der zerlegte Zapfhahn mit seinen produktberührten Einzelteilen.

Zapfkopf beim Fasswechsel richtig reinigen

Der Zapfkopf und das Fitting am Fass gehören zu den hygienisch besonders wichtigen Bereichen einer Zapfanlage. Genau hier wird bei jedem Fasswechsel die Verbindung zwischen Getränkebehälter und Bierleitung hergestellt.

Deshalb solltest du nicht einfach das leere Fass abkuppeln und den Zapfkopf direkt auf das nächste Fass setzen. Der Anschlussbereich sollte bei jedem Fasswechsel gereinigt und idealerweise anschließend mit einem geeigneten Mittel desinfiziert werden.

Einfacher Ablauf beim Fasswechsel:

Altes Fass abkuppeln → Zapfkopf reinigen → Fitting des neuen Fasses kontrollieren und reinigen → Anschlussbereiche gegebenenfalls desinfizieren → vorgeschriebene Einwirk- beziehungsweise Ablüftzeit beachten → neues Fass anstechen.

1. Zapfkopf vom leeren Fass abnehmen

Entferne den Zapfkopf vom leeren Fass und kontrolliere zunächst den Bereich, der unmittelbar mit dem Fitting und dem Getränk in Kontakt kommt. Getränkereste sollten nicht auf dem Zapfkopf antrocknen.

Arbeite dabei mit sauberen Händen und lege den Zapfkopf nicht auf einen verschmutzten Boden, Tresen oder eine andere ungeeignete Oberfläche.

2. Zapfkopf mit Trinkwasser und Bürste reinigen

Reinige den Anschlussbereich innen und außen gründlich mit sauberem Trinkwasser. Für Flach- und Kombizapfköpfe eignet sich beispielsweise unsere Reinigungsbürste für Flach- und Kombi-Zapfköpfe.

Die festen Nylonborsten helfen dabei, Getränkereste und Ablagerungen aus dem Anschlussbereich mechanisch zu lösen. Achte darauf, auch Vertiefungen und die Bereiche rund um die produktberührten Anschlüsse sorgfältig zu bearbeiten.

Praxis-Tipp:

Eine eigene Zapfkopfbürste gehört für mich direkt an den Fasswechselplatz. Wenn Bürste und sauberes Wasser sofort griffbereit sind, wird die Reinigung nicht auf später verschoben und der neue Behälter muss nicht mit einem noch verschmutzten Zapfkopf angestochen werden.

3. Auch das Fitting am neuen Fass beachten

Nicht nur der Zapfkopf selbst ist wichtig. Auch der Anschlussbereich des Fittings am neuen Fass sollte vor dem Anstechen sauber sein.

Kontrolliere den Bereich sichtbar auf Verschmutzungen und reinige ihn bei Bedarf mit sauberem Trinkwasser und einem geeigneten Hilfsmittel. Gerade beim Transport oder bei der Lagerung kann der äußere Anschlussbereich mit Schmutz in Kontakt gekommen sein.

Die BGN nennt den Anschlussbereich von Zapfkopf und Fitting ausdrücklich als kritischen Bereich und empfiehlt die Reinigung vor jedem Anschluss eines Getränkebehälters.

4. Zapfkopf und Fitting desinfizieren

Nach der gründlichen Reinigung kann der Anschlussbereich mit einem dafür geeigneten Mittel desinfiziert werden. Eine praktische gebrauchsfertige Lösung ist beispielsweise Bevi Neutrodes IHO.

Bevi Neutrodes IHO ist laut Produktinformation unter anderem für Zapfhähne und Zapfköpfe geeignet und wird gebrauchsfertig eingesetzt. Das Mittel wird auf die zu behandelnde Oberfläche aufgebracht und entsprechend der aktuellen Gebrauchsanweisung einwirken gelassen.

Wichtig: Die Desinfektion ersetzt keine vorherige Reinigung. Sichtbare Getränkereste und Ablagerungen müssen zuerst entfernt werden.

5. Einwirkzeit beziehungsweise Ablüften beachten

Setze den Zapfkopf nicht unmittelbar nach dem Aufbringen eines Desinfektionsmittels wieder auf das Fass. Beachte die Gebrauchsanweisung des eingesetzten Mittels und die dort vorgegebene Einwirkzeit beziehungsweise weitere Behandlung.

Die BGN weist ausdrücklich darauf hin, dass desinfizierte Zapfköpfe und Steckverbindungen erst wieder angeschlossen werden sollen, wenn das verwendete Desinfektionsmittel ausreichend verdunstet beziehungsweise die vorgeschriebene Anwendung abgeschlossen ist.

Wichtig:

Bei Biozidprodukten immer Etikett und Produktinformationen beachten. Anwendungsweise und Einwirkzeit können sich je nach eingesetztem Mittel unterscheiden.

6. Neues Fass erst danach anstechen

Wenn Zapfkopf und Fitting sauber sind und die Anwendung des Desinfektionsmittels abgeschlossen ist, kannst du den Zapfkopf auf das neue Fass setzen und den Behälter anstechen.

Damit beginnt der neue Fassanstich mit einem gereinigten Anschlussbereich, statt Verschmutzungen vom vorherigen Fass unmittelbar auf das nächste zu übertragen.

Beim Fasswechsel reinigen oder Zapfkopf komplett zerlegen?

Hier sollte man zwei Reinigungsaufgaben unterscheiden. Beim Fasswechsel werden Zapfkopf und Anschlussbereich innen und außen gereinigt und idealerweise desinfiziert. Zusätzlich gehört der Zapfkopf im Rahmen der regelmäßigen Grundreinigung der gesamten Schankanlage zu den Bauteilen, die zerlegt und intensiv gereinigt werden.

Bei dieser gründlichen Reinigung werden auch Bereiche erreicht, die bei der schnellen Reinigung während eines Fasswechsels nicht vollständig zugänglich sind. Dichtungen, Rückschlagsicherungen und weitere Bauteile können dabei gleichzeitig auf ihren Zustand kontrolliert werden.

Merke:

Fasswechsel: Zapfkopf und Fitting reinigen und idealerweise desinfizieren.
Regelmäßige Grundreinigung: Zapfkopf zusätzlich zerlegen und intensiv reinigen.

Nach einer Bierleitungsreinigung besonders wichtig

Auch nach der Reinigung deiner Bierleitungen sollte der Zapfkopf nicht einfach ungereinigt wieder angeschlossen werden. Gerade dann ist es sinnvoll, den gesamten produktberührten Anschlussbereich noch einmal gründlich zu reinigen und hygienisch vorzubereiten.

Die BGN nennt die Reinigung des Behälteranschlussteils ausdrücklich auch beim Wiederanschluss nach einer Leitungsreinigung.

Passendes Zubehör zur Reinigung von Zapfhahn und Zapfkopf findest du auch in unserer Produktwelt Zapfhahn und Zapfkopf reinigen.

Schankanlage bei längerer Pause und Wiederinbetriebnahme reinigen

Eine Schankanlage wird nicht immer dauerhaft genutzt. Vereinsheime, Gartenbars, Festwagen, saisonale Gastronomie oder private Zapfanlagen können über Wochen oder Monate stillstehen. Gerade dann ist eine gründliche Reinigung vor der Pause und erneut vor der Wiederinbetriebnahme besonders wichtig.

Die BGN nennt ausdrücklich zwei besondere Reinigungszeitpunkte: unmittelbar vor einer zeitweisen Außerbetriebnahme, zum Beispiel bei Betriebsurlaub oder Saisonbetrieb, und vor der späteren Wiederinbetriebnahme.

Wichtig:

Eine Anlage sollte nicht einfach mit Bier- oder Getränkeresten in Leitungen, Zapfhahn und Zapfkopf für längere Zeit abgestellt werden. Rückstände können antrocknen und bieten unerwünschten Mikroorganismen gute Bedingungen.

Was sollte ich vor einer längeren Betriebspause machen?

Bevor die Schankanlage für längere Zeit außer Betrieb genommen wird, sollten alle produktberührten Bereiche gründlich gereinigt werden. Dazu gehören nicht nur die Bierleitungen, sondern auch Zapfhahn, Zapfkopf und weitere Bauteile, die mit dem Getränk in Kontakt kommen.

Ein sinnvoller Ablauf ist:

  1. Getränkebehälter abkuppeln und die Anlage vom Getränk trennen.
  2. Getränkereste mit sauberem Trinkwasser aus den Leitungen entfernen.
  3. Die Bierleitungen mit einem geeigneten chemischen oder chemisch-mechanischen Verfahren gründlich reinigen.
  4. Zapfhahn zerlegen und reinigen.
  5. Zapfkopf und Anschlussteile reinigen.
  6. Nach der erforderlichen Einwirkzeit das verwendete Reinigungsmittel entsprechend der Gebrauchsanweisung vollständig mit frischem Trinkwasser ausspülen.
  7. Die Anlage anschließend entsprechend den Vorgaben des Geräteherstellers für die Betriebspause vorbereiten.

Reinigungsmittel nicht einfach in der Leitung stehen lassen

Eine Reinigungslösung sollte nicht als „Konservierung“ über Wochen oder Monate in der Getränkeleitung verbleiben, sofern der Hersteller des Systems dafür nicht ausdrücklich ein entsprechendes Verfahren vorgibt.

Nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit müssen Reinigungs- und Desinfektionsmittelrückstände vollständig aus der Getränkeschankanlage entfernt werden. Dafür wird mit frischem Trinkwasser gründlich nachgespült.

Merke:

Eine längere Einwirkzeit macht die Reinigung nicht automatisch besser. Konzentration und Einwirkzeit richten sich immer nach der Gebrauchsanweisung des verwendeten Reinigungsmittels.

Schankanlage nach längerer Pause wieder in Betrieb nehmen

Auch wenn die Anlage vor dem Stillstand gründlich gereinigt wurde, sollte sie nach einer längeren Pause nicht einfach wieder an ein Fass angeschlossen und sofort benutzt werden.

Vor der Wiederinbetriebnahme sollte die Anlage erneut hygienisch vorbereitet werden. Kontrolliere dabei gleichzeitig Leitungen, Anschlüsse und Bauteile auf sichtbare Verschmutzungen oder Veränderungen.

Ein möglicher Ablauf:

  1. Schankanlage und Anschlüsse kontrollieren.
  2. Bierleitungen erneut entsprechend dem vorgesehenen Reinigungsverfahren reinigen.
  3. Zapfhahn und Zapfkopf reinigen und hygienisch vorbereiten.
  4. Reinigungsmittel nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit vollständig mit frischem Trinkwasser ausspülen.
  5. Kontrollieren, dass sich kein Reinigungsmittel mehr im letzten Spülwasser befindet.
  6. Erst danach Getränkebehälter anschließen und die Anlage wieder in Betrieb nehmen.

Warum reicht einfaches Durchspülen nach monatelanger Pause nicht?

Ein kurzes Spülen mit Wasser kann lose Rückstände entfernen, ersetzt jedoch keine gründliche Reinigung. Gerade nach längerer Standzeit können Bereiche betroffen sein, die beim einfachen Durchspülen nicht ausreichend gereinigt werden.

Deshalb empfiehlt sich vor der Wiederinbetriebnahme die gleiche systematische Betrachtung wie bei der regelmäßigen Grundreinigung: Bierleitung, Zapfhahn, Zapfkopf und alle produktberührten Anschlussbereiche gehören zusammen.

Besonders wichtig bei Saisonanlagen

Bei Anlagen, die nur zu bestimmten Zeiten genutzt werden, solltest du die Reinigung fest in den Betriebsablauf einplanen. Typische Beispiele sind:

  • Bierwagen und Ausschankwagen,
  • Vereinsheime mit längeren Nutzungspausen,
  • Fest- und Veranstaltungsanlagen,
  • Garten- und Terrassenzapfanlagen,
  • saisonale Gastronomie sowie
  • private Zapfanlagen, die nur gelegentlich genutzt werden.
Praxis-Tipp:

Wenn du eine Zapfanlage nur gelegentlich nutzt, notiere dir das Datum der letzten Reinigung. Nach mehreren Wochen oder Monaten weiß sonst häufig niemand mehr sicher, in welchem Zustand die Anlage außer Betrieb genommen wurde.

Muss auch die CO₂-Leitung der Schankanlage gereinigt werden?

Bei der Reinigung einer Schankanlage liegt der Schwerpunkt auf allen Bereichen, die mit Bier oder anderen Getränken in Kontakt kommen. Die CO₂-Leitung beziehungsweise Hinterdruckgasleitung gehört normalerweise nicht zum Getränkekreislauf und wird deshalb nicht wie eine Bierleitung chemisch oder chemisch-mechanisch gereinigt.

Wichtig ist vielmehr, dass kein Getränk aus dem Fass in die Gasleitung zurückströmt. Dafür befinden sich im Bereich des Behälteranschlusses beziehungsweise Zapfkopfes Rückschlagsicherungen.

Wichtig:

Schwammkugeln oder Bierleitungsreiniger gehören nicht einfach in die CO₂-Leitung. Wird eine Hinterdruckgasleitung sichtbar durch Bier oder andere Getränkereste verunreinigt, sollte die Ursache gesucht und der betroffene bewegliche Leitungsteil entsprechend den einschlägigen Vorgaben erneuert werden.

Wie kann überhaupt Bier in die CO₂-Leitung gelangen?

Im normalen Betrieb strömt CO₂ vom Druckminderer über die Gasleitung zum Getränkebehälter. Eine funktionierende Rückschlagsicherung verhindert, dass Getränk in die entgegengesetzte Richtung in die Gasleitung gelangt.

Ist diese Sicherung beschädigt, verschmutzt oder funktioniert sie nicht mehr richtig, kann Flüssigkeit zurückströmen. Das kann nicht nur zu einem hygienischen Problem führen, sondern im weiteren Verlauf auch Bauteile auf der Gasseite beeinträchtigen.

Rückschlagsicherung regelmäßig kontrollieren

Bei der gründlichen Reinigung des Zapfkopfes solltest du deshalb auch die vorhandenen Rückschlagsicherungen und Dichtungen kontrollieren. Sie müssen vorhanden, sauber und unbeschädigt sein.

Entdeckst du Getränkereste auf der Gasseite des Zapfkopfes oder in einem eventuell vorhandenen Schauglas, solltest du nicht nur die sichtbare Verschmutzung entfernen. Prüfe auch, warum Getränk in diesen Bereich gelangen konnte.

Warnsignal:

Bier oder andere Flüssigkeit in der CO₂-Leitung ist kein normaler Betriebszustand. In diesem Fall sollte insbesondere die Rückschlagsicherung am Zapfkopf beziehungsweise Behälteranschluss überprüft werden.

Was tun, wenn Bier in der CO₂-Leitung steht?

Die BGN weist darauf hin, dass der bewegliche Teil der Hinterdruckgasleitung bei erkennbarer Verschmutzung durch Getränke- oder Grundstoffreste erneuert werden soll. Eine defekte Rückschlagsicherung ist ebenfalls auszutauschen.

Eine sichtbar mit Bier verunreinigte Gasleitung solltest du daher nicht einfach wie eine Getränkeleitung mit Reinigungsmittel oder Schwammkugeln durchspülen und anschließend weiterverwenden.

Vor Arbeiten an der Gasseite Druck abstellen

Arbeiten an CO₂-Leitungen, Zapfköpfen oder anderen druckführenden Bauteilen dürfen nicht unter unkontrolliert anstehendem Gasdruck durchgeführt werden. Schließe zuerst die CO₂-Flasche beziehungsweise Gasversorgung und mache den betreffenden Anlagenbereich entsprechend der Herstellerangaben drucklos.

Nach dem Austausch oder erneuten Anschluss müssen Gasleitungen und Verbindungen wieder fachgerecht, fest und dicht verbunden sein.

Merke:

Bierleitung: regelmäßig reinigen und desinfizieren.
CO₂-Leitung: vor Getränkerückfluss schützen und Rückschlagsicherung kontrollieren.
Getränk in der Gasleitung: Ursache beseitigen und sichtbar verunreinigten beweglichen Leitungsteil erneuern.

Wie der Zapfkopf selbst gereinigt und beim Fasswechsel hygienisch vorbereitet wird, erfährst du im Abschnitt Zapfkopf richtig reinigen.

Nach der Reinigung richtig nachspülen und kontrollieren

Nach der chemischen oder chemisch-mechanischen Reinigung ist die Arbeit noch nicht beendet. Bevor wieder Bier oder ein anderes Getränk durch die Anlage fließt, müssen alle Reinigungs- und Desinfektionsmittelrückstände vollständig entfernt werden.

Dazu wird die gesamte Getränkeleitung nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit mit ausreichend frischem Trinkwasser gespült. Maßgeblich sind dabei immer die Gebrauchsanweisung des eingesetzten Reinigungsmittels und die Vorgaben des Reinigungsgerätes.

Wichtig:

Nicht nur „etwas Wasser nachlaufen lassen“. Spüle so lange mit frischem Trinkwasser, bis sichergestellt ist, dass sich keine Reinigungsmittelreste mehr in Leitungen, Armaturen und angeschlossenen Bauteilen befinden.

Warum ist gründliches Nachspülen so wichtig?

Reinigungsmittel erfüllen während der Reinigung eine wichtige Aufgabe, dürfen anschließend aber nicht im Getränkesystem verbleiben. Rückstände können die Getränkequalität beeinträchtigen und je nach eingesetztem Mittel gesundheitsschädlich sein.

Die BGN verlangt deshalb, dass nach jedem Reinigungsprozess mit genügend Trinkwasser nachgespült wird, bis chemische und mechanische Rückstände vollständig beseitigt sind.

Wie erkenne ich, ob noch Reinigungsmittel in der Leitung ist?

Nur nach Farbe oder Geruch zu beurteilen, ob die Leitung bereits frei von Reinigungsmittel ist, reicht nicht bei jedem Produkt aus. Sicherer ist eine geeignete Kontrolle des letzten Spülwassers.

Bei sauren oder alkalischen Reinigungsmitteln kann beispielsweise pH-Indikatorpapier hilfreich sein. Damit lässt sich prüfen, ob das letzte Spülwasser noch deutlich sauer oder alkalisch reagiert.

Für diesen Zweck führen wir beispielsweise Indikatorpapier pH 0–14, Art.-Nr. 0645. Es ist zur Kontrolle auf saure oder alkalische Rückstände nach der chemischen Leitungsreinigung vorgesehen.

So gehst du vor:
  1. Spüle die Anlage gründlich mit frischem Trinkwasser.
  2. Fange am Ende der Leitung etwas vom letzten Spülwasser auf.
  3. Prüfe dieses Wasser entsprechend der Anleitung des verwendeten Indikatorpapiers beziehungsweise Kontrollsystems.
  4. Zeigt die Kontrolle noch Reinigungsmittelrückstände an, wird weiter mit frischem Trinkwasser gespült.
  5. Erst wenn das letzte Spülwasser frei von Reinigungsmittel ist, ist dieser Arbeitsschritt abgeschlossen.

Bei Farbindikator-Reinigern die Herstellerangaben beachten

Einige Reinigungsmittel besitzen ein eigenes Kontroll- oder Farbindikatorsystem. In diesem Fall solltest du dich bei Ansatz, Einwirkzeit und Auswertung genau an die Gebrauchsanweisung des jeweiligen Herstellers halten.

Ein Farbumschlag während der Reinigung ersetzt jedoch nicht automatisch das anschließende gründliche Nachspülen. Entscheidend ist am Ende, dass kein Reinigungsmittel mehr im Getränkesystem verbleibt.

Auch Schwammkugeln müssen vollständig aus der Anlage sein

Bei einer chemisch-mechanischen Reinigung müssen neben den chemischen Rückständen auch alle eingesetzten Schwammkugeln wieder aus dem Leitungssystem entfernt worden sein.

Kontrolliere deshalb vor dem Wiederanschließen des Getränkebehälters, ob alle eingesetzten Schwammkugeln das System verlassen haben und der gesamte Reinigungskreislauf wieder korrekt zurückgebaut wurde.

Praxis-Tipp:

Zähle vor Beginn der Reinigung, wie viele Schwammkugeln du in den Reinigungskreislauf gibst. Nach der Reinigung solltest du dieselbe Anzahl wieder entnommen haben.

Zapfhahn und Zapfkopf vor dem Wiederanschluss kontrollieren

Bevor die Anlage wieder in Betrieb geht, sollten auch Zapfhahn und Zapfkopf sauber, richtig zusammengesetzt und frei von Reinigungsmittelrückständen sein.

Kontrolliere außerdem, ob alle Dichtungen korrekt sitzen und alle zuvor gelösten Schlauch- und Leitungsverbindungen wieder fachgerecht montiert wurden.

Reinigungsmittelfreiheit dokumentieren

Bei gewerblich betriebenen Getränkeschankanlagen gehört die Kontrolle der Reinigung zum Hygienekonzept. Die BGN weist darauf hin, dass im Rahmen des HACCP-Systems die Reinigungsmittelfreiheit des letzten Spülwassers dokumentiert werden muss.

Ein Reinigungsplan kann beispielsweise festhalten:

  • Datum der Reinigung,
  • gereinigte Anlage beziehungsweise Leitungen,
  • verwendetes Reinigungsverfahren,
  • eingesetztes Reinigungsmittel,
  • zuständige Person und
  • Kontrolle der Reinigungsmittelfreiheit.
Vor dem ersten Bier nach der Reinigung:

Reinigungsmittel vollständig ausgespült? Schwammkugeln entfernt? Zapfhahn und Zapfkopf sauber? Alle Verbindungen wieder korrekt montiert? Erst wenn diese Punkte erledigt sind, sollte der Getränkebehälter wieder angeschlossen werden.

Reinigungsmittel für Schankanlagen sicher anwenden

Reinigungsmittel für Bierleitungen und Schankanlagen sind wirksam, weil sie Ablagerungen und Rückstände lösen können. Genau deshalb müssen sie auch sorgfältig und entsprechend der jeweiligen Gebrauchsanweisung eingesetzt werden.

Viele geeignete Reinigungsmittel für Getränkeschankanlagen sind Gefahrstoffe und können insbesondere Haut und Augen schädigen. Konzentration, Temperatur, Einwirkzeit und persönliche Schutzausrüstung richten sich immer nach den Angaben des jeweiligen Herstellers.

Die wichtigsten Sicherheitsregeln:
  • Geeignete Schutzhandschuhe und Schutzbrille verwenden.
  • Reinigungsmittel niemals miteinander mischen.
  • Konzentration und Einwirkzeit nicht nach Gefühl verändern.
  • Nur für die Schankanlage geeignete Produkte verwenden.
  • Reinigungsmittel in ihren Originalgebinden aufbewahren.
  • Niemals Reiniger in Getränke- oder Lebensmittelbehälter umfüllen.
  • Während der Reinigung verhindern, dass versehentlich aus der Anlage gezapft wird.
  • Nach der Reinigung vollständig mit frischem Trinkwasser nachspülen.

Warum dürfen Reinigungsmittel nicht gemischt werden?

Unterschiedliche Reiniger dürfen niemals miteinander vermischt werden. Bei ungeeigneten Kombinationen können gefährliche chemische Reaktionen entstehen. Dabei können unter anderem giftige Gase freigesetzt oder ätzende Flüssigkeiten verspritzt werden.

Das gilt insbesondere dann, wenn verschiedene alkalische, saure oder chlorhaltige Produkte verwendet werden. Auch wenn beide Mittel einzeln für eine Schankanlage geeignet sind, bedeutet das nicht, dass sie miteinander kombiniert werden dürfen.

Ganz wichtig:

Einen sauren Reiniger niemals einfach zu einer noch vorhandenen alkalischen Reinigungslösung geben und umgekehrt. Das Leitungssystem muss entsprechend der Herstellerangaben gespült werden, bevor ein anderes Reinigungsmittel eingesetzt wird.

Reiniger immer nach Herstellerangabe dosieren

Mehr Reinigungsmittel bedeutet nicht automatisch eine bessere Reinigung. Eine zu hohe Konzentration kann Materialien unnötig belasten und erhöht das Risiko beim Umgang mit der Reinigungslösung.

Auch eine zu niedrige Dosierung ist nicht sinnvoll, weil dadurch möglicherweise nicht die vorgesehene Reinigungswirkung erreicht wird.

Halte dich deshalb bei Dosierung, Wassertemperatur und Einwirkzeit an die aktuelle Gebrauchsanweisung des jeweiligen Produkts.

Das Reinigungsmittel muss zum System passen

Nicht jedes Reinigungsmittel ist für jedes Reinigungsgerät oder jeden Werkstoff geeignet. Besonders bei Kunststoffleitungen weist die BGN darauf hin, dass nur dafür geeignete Mittel in der empfohlenen Konzentration eingesetzt werden sollen.

Für die in dieser Anleitung beschriebenen Systeme gilt deshalb:

  • Bevi Handy: die dafür vorgesehenen Bevi Tabs verwenden.
  • Reinigungsbehälter: geeignete flüssige oder pulverförmige Reiniger entsprechend der jeweiligen Anwendung einsetzen.
  • Andere Reinigungsgeräte: Vorgaben des Geräte- und Reinigungsmittelherstellers beachten.

Mehr zur Auswahl findest du im Abschnitt Welches Reinigungsmittel für die Schankanlage?.

Während der Reinigung darf niemand versehentlich zapfen

Besonders bei gewerblichen Anlagen muss während der Reinigung eindeutig erkennbar sein, dass sich kein Getränk, sondern Reinigungslösung im Leitungssystem befinden kann.

Wenn die Reinigungslösung über eine Zapfstelle entnommen werden könnte, fordert die BGN für die Dauer der Reinigung einen geeigneten Warnhinweis an dieser Stelle.

Praxis-Tipp:

Gerade in Gaststätten, Vereinsheimen oder bei Veranstaltungen sollte die Reinigung nicht „nebenbei“ stattfinden. Kennzeichne die betroffenen Zapfhähne deutlich und stelle sicher, dass während der Reinigung niemand die Anlage benutzt.

Reinigungsmittel richtig aufbewahren

Reinigungsmittel sollten grundsätzlich im gekennzeichneten Originalgebinde aufbewahrt werden. So bleiben Produktname, Gefahrstoffkennzeichnung, Dosierung und Sicherheitshinweise jederzeit nachvollziehbar.

Fülle Reiniger niemals in Bierflaschen, Wasserflaschen, Getränkekanister oder andere Behälter um, die mit Lebensmitteln verwechselt werden könnten.

Produkte, die bei gegenseitigem Kontakt gefährlich reagieren können, müssen außerdem getrennt gelagert werden. Die BGN nennt als Beispiel chlorhaltige Desinfektionsmittel und Biersteinlöser.

Was tun bei Haut- oder Augenkontakt?

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Kontakt mit Reinigungsmittel, gelten die Erste-Hilfe-Angaben auf dem Produktetikett beziehungsweise im Sicherheitsdatenblatt. Diese können sich je nach verwendetem Produkt unterscheiden.

Deshalb solltest du Produktkennzeichnung und Sicherheitsinformationen immer verfügbar halten und nicht auf allgemeine Hausmittel oder eigene Neutralisationsversuche vertrauen.

Merke:

Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen, Reiniger niemals mischen, nur nach Gebrauchsanweisung dosieren und nach der Reinigung vollständig mit Trinkwasser ausspülen.

Wie du nach der Reinigung kontrollierst, dass keine Rückstände mehr in der Anlage vorhanden sind, erklären wir im Abschnitt Nachspülen und Reinigungsmittelfreiheit kontrollieren.

Die häufigsten Fehler bei der Schankanlagenreinigung

Viele Probleme entstehen nicht dadurch, dass gar nicht gereinigt wird, sondern weil einzelne Arbeitsschritte fehlen oder das falsche Verfahren verwendet wird. Die folgenden Fehler sehen wir besonders häufig.

1. Bierleitung nur mit Wasser durchspülen

Wasser entfernt lose Getränkereste, ersetzt aber keine vollständige Reinigung. Ablagerungen an der Leitungswand und mikrobiologische Rückstände werden dadurch nicht zuverlässig beseitigt.

Für die regelmäßige Reinigung sollte deshalb ein geeignetes chemisches oder chemisch-mechanisches Verfahren eingesetzt werden.

2. Schwammkugeln ohne Reinigungsmittel verwenden

Schwammkugeln unterstützen die Reinigung mechanisch, ersetzen aber kein geeignetes Reinigungsmittel. Die beste Wirkung entsteht durch die Kombination aus chemischer Reinigung und mechanischer Bewegung.

Mehr dazu findest du im Abschnitt Schwammkugeln richtig auswählen und einsetzen.

3. Schwammkugeln mit einem Reinigungsbehälter verwenden

Ein Reinigungsbehälter arbeitet chemisch. Dabei wird Reinigungslösung über den Zapfkopf durch die Bierleitung geführt. Schwammkugeln gehören nicht in dieses Verfahren.

Wenn du chemisch-mechanisch reinigen möchtest, benötigst du ein dafür geeignetes Reinigungsgerät wie das Bevi Handy.

4. Den falschen Reinigungsadapter bestellen

Ein typischer Fehler ist, am falschen Gewinde zu messen. Für die Auswahl des Reinigungsadapters wird nicht das hintere 5/8-Zoll-Gewinde und auch nicht das Innengewinde an Schanksäule oder Durchlaufkühler gemessen.

Entscheidend ist das Außengewinde am abgenommenen Hahnkörper.

Wie du richtig misst, zeigen wir Schritt für Schritt im Abschnitt Reinigungsadapter richtig bestimmen.

5. Die falsche Schwammkugelgröße wählen

Für die Schwammkugel zählt der Innendurchmesser der Bierleitung. Bei vielen klassischen Durchlaufkühlern kommen 7- oder 10-mm-Leitungen zum Einsatz, bei kurzen Leitungswegen auch 4 mm.

Miss deshalb nicht einfach den Außendurchmesser des Schlauchs. Wie du den Leitungsquerschnitt am Kühlgerät bestimmen kannst, erklären wir hier: Innendurchmesser der Bierleitung bestimmen.

6. Zapfhahn bei der Reinigung vergessen

Eine saubere Bierleitung bringt wenig, wenn der Zapfhahn innen verschmutzt bleibt. Gerade Auslauftülle, Luftbohrung, Kolben und produktberührte Einzelteile können Ablagerungen bilden.

Deshalb sollte der Zapfhahn im Rahmen der regelmäßigen Grundreinigung zerlegt und gründlich gereinigt werden.

7. Zapfkopf beim Fasswechsel ungeprüft weiterverwenden

Der Zapfkopf wird beim Fasswechsel direkt vom alten auf den neuen Behälter gesetzt. Ohne Reinigung können Rückstände und Verschmutzungen auf den nächsten Fassanschluss übertragen werden.

Zapfkopf und Fitting sollten deshalb beim Fasswechsel kontrolliert, gereinigt und je nach Verfahren hygienisch behandelt werden.

8. Reinigungsmittel miteinander mischen

Saure, alkalische oder chlorhaltige Reiniger dürfen nicht nach Gefühl miteinander kombiniert werden. Dabei können gefährliche chemische Reaktionen entstehen.

Reiniger niemals mischen und immer die aktuelle Gebrauchsanweisung des Herstellers beachten.

9. Reinigungsmittel zu stark dosieren

Eine höhere Konzentration bedeutet nicht automatisch bessere Reinigung. Zu viel Reiniger kann Materialien belasten und erhöht das Risiko beim Umgang mit der Lösung.

Dosierung, Temperatur und Einwirkzeit sollten deshalb immer nach Herstellerangabe gewählt werden.

10. Zu wenig nachspülen

Nach der Reinigung müssen Reinigungsmittel vollständig aus dem Getränkesystem entfernt werden. Ein kurzes Nachspülen reicht dafür nicht automatisch aus.

Spüle mit ausreichend frischem Trinkwasser und kontrolliere bei Bedarf das letzte Spülwasser, beispielsweise mit geeignetem Indikatorpapier.

11. Verwendete Schwammkugeln erneut einsetzen

In gebrauchten Schwammkugeln können sich gelöste Verschmutzungen und Mikroorganismen sammeln. Deshalb sollten sie nach der Reinigung nicht für den nächsten Reinigungsvorgang aufbewahrt werden.

12. Die CO₂-Leitung wie eine Bierleitung reinigen

Die CO₂- beziehungsweise Hinterdruckgasleitung wird nicht mit Schwammkugeln und Bierleitungsreiniger durchgespült.

Findest du Bier oder andere Getränkereste in der Gasleitung, solltest du die Ursache prüfen. Besonders wichtig ist dabei die Rückschlagsicherung am Zapfkopf beziehungsweise Behälteranschluss.

13. Eine Anlage nach langer Pause einfach wieder anschließen

Eine Schankanlage, die mehrere Wochen oder Monate stillstand, sollte nicht einfach wieder an ein Fass angeschlossen werden.

Vor der Wiederinbetriebnahme sollten Getränkeleitungen, Zapfhahn, Zapfkopf und alle produktberührten Bereiche erneut kontrolliert und hygienisch vorbereitet werden.

14. Einen verklebten Zapfhahn mit Gewalt öffnen

Ein schwergängiger Zapfhahn kann durch eingetrocknete Getränkereste verklebt sein. Wird dann mit großer Kraft gearbeitet, können Bauteile der inneren Mechanik beschädigt werden.

Besser ist es, den Hahn zunächst mit einem warmen, nassen Tuch einzuweichen und anschließend gründlich zu reinigen.

15. Bei einem nachtropfenden Zapfhahn sofort die Dichtung tauschen

Ein nachlaufender oder nachtropfender Zapfhahn muss nicht automatisch eine defekte Dichtung haben. Auch eine zugesetzte Luftbohrung an der Auslauftülle kann die Ursache sein.

Kontrolliere deshalb zuerst, ob diese kleine Öffnung sauber und frei ist.

Die wichtigste Regel:

Eine Schankanlage besteht hygienisch nicht nur aus der Bierleitung. Getränkeleitung, Zapfhahn, Zapfkopf, Anschlussbereiche und das verwendete Reinigungsverfahren müssen zusammen betrachtet werden.

Wenn du Reinigungsgerät, Adapter, Reiniger, Schwammkugeln oder Zubehör für deine Anlage suchst, findest du unsere komplette Auswahl unter Bierleitungen reinigen: Geräte, Sets und Reinigungsmittel.

Häufige Fragen zur Reinigung von Schankanlagen

Wie oft muss eine Bierleitung gereinigt werden?

Die Reinigungsintervalle richten sich zuerst nach den Vorgaben des Getränke- und Geräteherstellers sowie nach dem individuellen Reinigungsbedarf der Anlage. Liegen dazu keine anderen Vorgaben vor, nennt die BGN für Bier in der Regel ein Reinigungs- und Desinfektionsintervall von 7 Tagen. Bei langen Schankpausen, geringem Durchsatz, langen Leitungen oder ungünstigen hygienischen Bedingungen kann eine häufigere Reinigung erforderlich sein.

Ist die Reinigung einer Bierleitung alle 7 Tage gesetzlich vorgeschrieben?

Nein, die 7 Tage sind keine pauschale gesetzliche Frist für jede Schankanlage. Entscheidend sind Herstellerangaben und der konkrete Bedarf der Anlage. Wenn keine entsprechenden Vorgaben vorliegen, wird für Bier üblicherweise das 7-Tage-Intervall nach DIN 6650-6 beziehungsweise den Empfehlungen der BGN herangezogen.

Wie reinigt man eine Bierleitung richtig?

Eine Bierleitung kann chemisch oder chemisch-mechanisch gereinigt werden. Bei der chemischen Reinigung wird eine geeignete Reinigungslösung durch die Leitung geführt. Bei der chemisch-mechanischen Reinigung kommen zusätzlich mechanische Hilfsmittel wie Schwammkugeln zum Einsatz. Anschließend muss die Leitung gründlich mit frischem Trinkwasser nachgespült werden.

Die beiden Verfahren erklären wir ausführlich unter chemische und chemisch-mechanische Bierleitungsreinigung.

Kann ich eine Bierleitung nur mit Wasser reinigen?

Nein, Wasser allein reicht für eine vollständige regelmäßige Reinigung nicht aus. Damit lassen sich Getränkereste ausspülen, anhaftende Beläge und Mikroorganismen werden jedoch nicht zuverlässig beseitigt. Die BGN empfiehlt deshalb geeignete chemische beziehungsweise chemisch-mechanische Reinigungsverfahren.

Kann ich Spülmittel zum Reinigen einer Zapfanlage verwenden?

Normales Haushaltsspülmittel sollte nicht als Ersatz für einen geeigneten Bierleitungs- oder Schankanlagenreiniger verwendet werden. Für Getränkeschankanlagen sollten Reinigungsmittel eingesetzt werden, die für diesen Anwendungsbereich und die verwendeten Materialien geeignet sind.

Welches Reinigungsmittel brauche ich für meine Bierleitung?

Das hängt vom Reinigungsverfahren und vom verwendeten Gerät ab. Alkalische Reiniger werden insbesondere gegen organische Rückstände eingesetzt, während saure Reiniger bei mineralischen Ablagerungen wie Bierstein eine wichtige Rolle spielen können.

Beim Bevi Handy werden die dafür vorgesehenen Bevi Tabs verwendet. Bei einem Reinigungsbehälter kommen geeignete flüssige oder pulverförmige Reinigungsmittel zum Einsatz. Beachte immer die Vorgaben von Geräte- und Reinigungsmittelhersteller.

Mehr dazu: Reinigungsmittel für Bierleitungen richtig auswählen.

Wie lange muss Bierleitungsreiniger einwirken?

Die richtige Einwirkzeit richtet sich nach dem verwendeten Reinigungsmittel. Die BGN nennt als allgemeinen Orientierungswert in der Regel mindestens 15 Minuten, entscheidend ist aber immer die aktuelle Gebrauchsanweisung des Herstellers. Eine längere Einwirkzeit ist nicht automatisch besser.

Brauche ich bei der Bierleitungsreinigung Schwammkugeln?

Nicht bei jedem Verfahren. Bei einer chemisch-mechanischen Reinigung unterstützen Schwammkugeln das Reinigungsmittel mechanisch. Bei der chemischen Reinigung mit einem Reinigungsbehälter werden keine Schwammkugeln verwendet.

Welche Schwammkugel brauche ich für meine Bierleitung?

Die Schwammkugel wird nach dem Innendurchmesser der Getränkeleitung ausgewählt. Typische Größen sind 4, 7 und 10 mm. Bei vielen klassischen Durchlaufkühlern findet man besonders häufig 7-mm- oder 10-mm-Bierleitungen.

Wie du deine Leitungsgröße bestimmst, zeigen wir unter Innendurchmesser der Bierleitung bestimmen.

Wie finde ich den richtigen Reinigungsadapter für meinen Zapfhahn?

Für viele Reinigungsgeräte wird der vordere Hahnkörper vom Anschluss der Schanksäule beziehungsweise des Durchlaufkühlers abgenommen. Anschließend misst du den Außendurchmesser des Gewindes am abgenommenen Hahnkörper. Häufig vorkommende Größen sind etwa 28 und 30 mm.

Wichtig: Nicht das Innengewinde an der Schanksäule und nicht das hintere 5/8-Zoll-Gewinde messen.

Unsere bebilderte Anleitung findest du unter Reinigungsadapter in 5 Schritten bestimmen.

Muss der Zapfhahn ebenfalls gereinigt werden?

Ja. Die Reinigung der Bierleitung allein reicht nicht aus. Auslauftülle, Luftbohrung und weitere produktberührte Bereiche des Zapfhahns müssen ebenfalls regelmäßig gereinigt werden. Bei der gründlichen Anlagenreinigung sollte der Zapfhahn entsprechend seiner Bauart zerlegt und intensiv gereinigt werden.

Wie oft sollte der Zapfkopf gereinigt werden?

Der Anschlussbereich des Zapfkopfes sollte insbesondere beim Fasswechsel gereinigt werden. Auch der Fittingbereich des neuen Fasses sollte sauber sein. Zusätzlich gehört der Zapfkopf zur regelmäßigen Grundreinigung der gesamten Schankanlage und sollte dabei entsprechend seiner Bauart zerlegt und gründlich gereinigt werden.

Kann ich meine Schankanlage selbst reinigen?

Ja. Laut BGN kann die Reinigung durch ein qualifiziertes Fachunternehmen, den Betreiber selbst oder eine hierfür qualifizierte Person durchgeführt werden. Voraussetzung ist, dass die Reinigung fachgerecht erfolgt. Bei gewerblichen Anlagen bleibt der Betreiber für Sauberkeit und Getränkequalität verantwortlich.

Muss ich die Reinigung meiner Schankanlage dokumentieren?

Bei gewerblichen Getränkeschankanlagen ist die Reinigung und Desinfektion zu dokumentieren. Festgehalten werden sollten unter anderem Name der durchführenden Person, Datum, Reinigungsverfahren sowie verwendetes Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Die BGN empfiehlt beziehungsweise fordert für die Reinigungsnachweise eine Aufbewahrung von mindestens einem Jahr.

Was mache ich mit einer Schankanlage nach längerer Standzeit?

Nach einer längeren Betriebspause sollte eine Schankanlage nicht einfach wieder an ein Fass angeschlossen werden. Bierleitungen, Zapfhahn, Zapfkopf und weitere produktberührte Bereiche sollten vor der Wiederinbetriebnahme kontrolliert und gründlich gereinigt werden.

Mehr dazu: Schankanlage nach längerer Pause wieder in Betrieb nehmen.

Muss die CO₂-Leitung einer Zapfanlage gereinigt werden?

Die CO₂- beziehungsweise Hinterdruckgasleitung wird normalerweise nicht wie eine Bierleitung mit Reinigungsmittel und Schwammkugeln gereinigt. Entscheidend ist, dass kein Getränk in die Gasleitung zurückströmt. Findest du dort Bier oder andere Getränkereste, solltest du insbesondere die Rückschlagsicherung kontrollieren und den sichtbar verunreinigten beweglichen Leitungsteil entsprechend den Vorgaben erneuern.

Wie erkenne ich, ob nach der Reinigung noch Reiniger in der Leitung ist?

Nach der Reinigung muss mit ausreichend frischem Trinkwasser nachgespült werden. Das letzte Spülwasser sollte auf Geruch, Aussehen beziehungsweise Trübung kontrolliert werden. Je nach Reinigungsmittel können zusätzlich Farbindikatoren oder geeignetes pH-Indikatorpapier zur Kontrolle verwendet werden.

Mehr dazu: Richtig nachspülen und Reinigungsmittelfreiheit kontrollieren.

Alles für die Reinigung deiner Schankanlage

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Nico Brennecke Experte für Schanktechnik und Schankanlagenreinigung

Nico Brennecke

Experte für Schanktechnik und Hobbybrauen

Seit vielen Jahren beschäftigt sich Nico Brennecke in der Praxis mit Schankanlagen, Bierleitungen und deren Reinigung. Seine Erfahrung mit Reinigungsgeräten, Zapfhähnen, Zapfköpfen und passendem Zubehör fließt direkt in diesen Ratgeber ein.

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