Gastro Brennecke

- "Erste HILFE" Störungen und Ursachen

Oberstes Gebot: Ruhe bewahren. Viele Störfaktoren können dafür verantwortlich sein, wenn das Bier mal nicht so läuft, wie es soll. Die folgende Übersicht soll Ihnen helfen, die Ursache rasch zu finden und zu beseitigen.

Erste Hilfe
Störung Mögliche Ursache Vorschlag zur Abhilfe
Das Bier läuft nicht Das Fass ist leer. Neues Fass anschließen.
Der Leitungsabsperrhahn für die Getränkeleitung ist geschlossen Absperrhahn öffnen
Die Bierleitung ist verstopft (z.B. durch Reinigungsbällchen). Fremdkörper beseitigen
Die Bierleitung ist im Anstichbereich geknickt. Leitungen inspizieren; Knick beseitigen
Der Absperrhahn am Zapfkopf ist geschlossen. Absperrhahn öffnen.
Die Bierleitung ist eingefroren. Zunächst Kühlmaschine abstellen und Leitungen auftauen lassen. Technischen Service verständigen
Der Keg ist eingefroren Dringendst eingestellte Temperatur im Kühlraum und korrekte Funktion der Kühlung überprüfen.
Der Zapfkopf ist falsch zusammengebaut. Auseinandernehmen und richtig zusammenbauen.
Die Kohlensäureflasche ist leer. Neue Druckgasflasche anschließen.
Der Leitungsabsperrhahn für die Druckgasleitung ist geschlossen. Absperrhahn öffnen.
Der Kohlensäuredruck ist zu gering. korrekten Druck einstellen
Die Lippenventile im Zapfkopf sind verklebt, deswegen gelangt keine Kohlensäure in das Fass. Dringende Reinigung erforderlich. Möglichst Lippenventile erneuern.
Die Kohlensäureleitung ist undicht. Überprüfen der Bauteile; Undichtigkeit beseitigen bzw. den Technischen Service verständigen. Achtung: Ausströmendes Co2-Gas ist farb- und geruchlos und kann beim einatmen zu gesundheitlichen Schäden oder sogar zum Tode führen!
Das Bier läuft trüb. Es ist ein trübes Bier, z.B. Hefeweizen, Zwickelbier etc. angeschlossen. Weiterzapfen
Die Bierleitungen wurden vertauscht. Leitungen tauschen und vor erneutem Anschluss reinigen.
Die Bierleitungen oder
Armaturen sind nicht sauber.
Es wird allerhöchste Zeit, eine gründ-
liche chemische bzw. chemisch-
mechanische Reinigung durchzuführen.
Die Reinigungsintervalle sollten
verkürzt werden.
Das Bier hat eine Kältetrübung.
Temperatur korrekt einstellen (lassen).
Das Bier schäumt zu stark.
Das Bier ist zu warm.
Am wahrscheinlichsten ist, dass das Fass
nach der Anlieferung nicht ausreichend
lange (bis zu 48 Stunden werden für ein
50 l Keg benötigt!) im Kühlraum durch-
kühlen konnte und zu schnell ange-
schlossen wurde. Also sollte der
Anlieferrhythmus überprüft werden.
Es ist auch möglich, dass die Kühlraum-
temperatur falsch eingestellt wurde
und herabreguliert werden muss. Eine
konstante Temperatur im Bereich von
4 - 6 ° C ist hierbei anzustreben.
Schwierig wird es, wenn die Kälteanlage
z.B. wegen tropischer Außentempera-
turen überlastet ist. Dann ist die
Installation eines zusätzlichen oder
eines leistungsfähigeren Aggregates zu
überlegen.
Das Bier erwärmt sich in der
Leitung.
Die Getränkeleitung sollte mindestens
mit einer Isolierung oder noch besser
mit einer Leitungsbegleitkühlung
versehen werden. Falls schon
vorhanden, muss der Zustand der
Isolierung bzw. die Funktion der
Leitungsbegleitkühlung überprüft, bzw.
die Temperatur korrekt eingestellt
werden.
Die Gläser sind zu warm oder
trocken.
In jedem Fall vor dem Zapfen die Gläser
mit kaltem Wasser vorspülen. Bei Ver-
wendung einer Gläserspülmaschine
die Gläser vor dem nächsten Befüllen
zunächst außerhalb der Maschine
abkühlen lassen.
Die Bierleitung ist geknickt.
Knick beseitigen.
In den Leitungen ist Belag von
Bierstein (unzureichende
Reinigung!)
Es wird höchste Zeit, regelmäßig eine
chemische bzw. chemisch-mechanische
Grundreinigung durchzuführen.
Das Bier schäumt zu stark.
Fremdkörper zwischen Fitting
und Zapfkopf.
Zapfkopf abnehmen und überprüfen.
Das Bier fließt zu schnell ins
Glas.
Kompensator falsch eingestellt oder
Anlage falsch konzipiert. In diesem Fall
einen Fachmann zu Rate ziehen.
Der Kohlensäuredruck ist über
längere Zeit zu hoch gewesen,
das Bier ist daher
aufkarbonisiert.
Für die Leerung dieses Fasses muss der
Druck noch weiter heraufreguliert
werden. Das Getränk ist jedoch
verfälscht. Für die Einstellung eines
korrekten Druckes für weitere Fässer
sollte so schnell wie möglich ein
Fachmann z.B. vom Getränkelieferanten
zu Rate gezogen werden.
Kohlensäuredruckminderer
ist defekt oder verstellt.
Vom Fachmann austauschen bzw.
einstellen lassen.
Kohlensäuredruck ist zu niedrig,
die biereigene Kohlensäure
entbindet zu Gasblasen,
welche beim Kompensator-
hahn zu Schaumbildung
führen kann.
Korrekten Druck einstellen. Hierfür
sollte ein Fachmann z.B. vom Getränke-
lieferanten zu Rate gezogen werden. Es
sollte überprüft werden, ob ein
Kompensator bei dieser Anlage über-
haupt sinnvoll ist.
Das Bier schäumt zu
wenig.
Das Bier ist zu kalt.
Die Kühltemperatur ist falsch einge-
stellt und muss heraufreguliert werden.
Eine konstante Temperatur im Bereich
von 4 - 6 °C ist anzustreben.
Das Bier fließt zu langsam.
Kompensator falsch eingestellt oder
Anlage falsch konzipiert.
Evtl. Fachmann zu Rate ziehen.
Die Gläser sind nicht sauber.
(Fettspuren; Reinigungsmittel)
Gründlich reinigen und ggf. wirksamere
Reinigungsmethode anwenden z.B.
Spülmaschine. Evtl. Spülbürsten aus-
tauschen bzw. Spülgerät reinigen.
Ggf. zum Schutz vor fettigen Küchen-
dünsten etc. anderen Ort für die
Gläseraufbewahrung wählen. Niemals,
auch nicht bei ungespülten Gläsern, mit
den Fingern in die Gläser hineingreifen.
Gläser während des Betriebes nicht
polieren.
Es wurden schaumzerstörende
Reinigungsmittel verwendet.
Nur spezielle Reinigungsmittel für
Biergläser verwenden.
Der Kohlensäuredruck ist über
längere Zeit zu niedrig
gewesen.
Das Bier hat einen Teil seiner eigenen
Kohlensäure verloren und kann keinen
Schaum mehr aufbauen. Es ist somit
verfälscht und sollte nicht mehr ausge-
schenkt werden. Für die Einstellung
eines korrekten Druckes sollte ein
Fachmann z.B. vom Getränkelieferanten
zu Rate gezogen werden.
Die Kohlensäurezufuhr wird
unterbrochen.
Leitungsweg überprüfen und Defekt ggf.
vom Fachmann beheben lassen.
Der Bierschaum ist
grobporig und fällt sofort
zusammen.
Die Gläser weisen Fettspuren
auf.
Auch bei den ungespülten Gläsern
niemals mit den Fingern in die Gläser
hineingreifen. Spezielle Spülmittel für
Biergläser verwenden. Erfolg der
Reinigung regelmäßig überprüfen.
Generell Hinweise zur Gläserpflege in
dieser Broschüre beachten.
Es wurden schaumzerstörende
Reinigungsmittel verwendet.
Nur spezielle Reinigungsmittel für
Biergläser verwenden.
Fettspuren in der Bierleitung
oder an Armaturen.
Bierweg überprüfen und gründlich
chemisch-mechanisch reinigen.
Der flexible Teil der Bierleitung
wurde mit ungeeigneten
Mitteln gereinigt und ist daher
unbrauchbar.
Leitung austauschen.
Das Bier schmeckt
untypisch.
Kunststoffschläuche
ungeeignet.
Austauschen und auf SK-Kennzeichnung
der Schläuche achten.
Ungeeignete Reinigungsmittel
Geeignetes Reinigungsmittel
verwenden und ggf. Leitungen
erneuern.
Leitungen verlaufen nicht
ausreichend geschützt durch
kritische Bereiche.
Leitungen ersetzen und in Schutzrohr
verlegen lassen.
Das Bier schmeckt schal.
Kohlensäureverluste beim
Zapfen durch falsche
Zapftechnik.
Typische Erscheinung bei den
Anhängern des "Sieben-Minuten-Pils".
Bitte informieren Sie sich, wie man
ohne Kohlensäureverluste und ohne
den Gast verdursten zu lassen, ein Bier
mit schöner Schaumkrone zapfen kann.
Der eingestellte Kohlensäure-
druck ist zu niedrig.
In Abstimmung mit Fachmann
heraufregeln.
Das Fass befand sich längere
Zeit ohne bzw. ohne
ausreichenden Kohlensäure-
Gegendruck im Anschluss.
Die biereigene Gärungskohlen-
säure ist daher entwichen.
Fass austauschen. Sofort den Betriebs-
druck und den CO²- Leitungsweg
überprüfen.
Kohlensäureverluste im
Leitungssystem
Dringend Leitungsweg auf
Undichtigkeiten überprüfen!