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Eisbock mit einem gekauften Bier selber machen

Der Eisbock – das urige Winterbier, das durch das Missgeschick eines Brauereilehrlings entstanden ist, ist die Bierdelikatesse schlechthin. Ein Eisbock ist etwas ganz Besonderes, jeder Biertrinker und natürlich auch jeder Hobbybrauer muss diesen einmal gekostet haben. Für Bierbrauer gehört das Eisbier zur hohen Kunst des Bierbrauens, denn auch wenn sich Einfrieren erst mal einfach anhört, die Kunst liegt in der Rezeptur des Bockbiers und im richtigen Ein- und Ausfrieren. Für Hobbybrauer und solche, die es werden wollen, gibt es schon einfache Tricks, um ihr Lieblingsbockbier in einen herrlichen Eisbock zu verwandeln. Wie du selbst – ganz ohne Vorkenntnisse – deinen Eisbock aus einem gekauften Bier selber machen kannst, das liest du hier: 

Es war einmal: die Legende vom fränkischen Eisbock

Es war an einem frostigen fränkischen Wintertag um 1900 – jedenfalls der Legende nach. Der Lehrling einer Kulmbacher Brauerei Lehrling hatte ganz vergessen, die frisch gebrauten Fässer mit Bockbier in den Bierkeller zu bringen. Über Nacht schneiten die Fässer zu – und das Jungbier gefror zu Eis. Der Braumeister war dann wohl alles andere als begeistert, als er am nächsten Morgen feststellen musste, dass sein ganzer Stolz, sein frisches Bräu, gefroren war. Zur Strafe musste der Lehrling die Eisblöcke aufschlagen und das Konzentrat, das sich im Inneren angesammelt hatte, austrinken. Nun – eine Strafe war das ganz und gar nicht. Die Bieressenz aus dem Eisblock schmeckte so köstlich, dass von Stunde an der Eisbock erfunden war 🙂 .  

 Aber was war da eigentlich passiert? Dem Bier wurde durch das Einfrieren Wasser entzogen. Der Alkohol und die Aromen konzentrierten sich im Kern des bierigen Eisblocks – und haben an Geschmack und Aroma sogar noch mal zugenommen. 

 Der Eisbock: Ein Bierkonzentrat, das malzig, süß und dennoch süffig schmeckt. Übrigens ist das Prinzip des Eisbierbrauens – wenn man es denn so nennen mag –  bis heute das gleiche geblieben. Eingefroren wird das frisch gebraute Bockbier zwar nicht mehr draußen, sondern bequem in Tiefkühltruhen. Und – das geht sogar zuhause. 

Der Eisbock - ein schmackhaftes Starkbier

Der Eisbock wird meistens aus Bockbier oder Doppelbock hergestellt. Er funktioniert aber nach Geschmack auch mit anderen Bieren, wie zum Beispiel Weizen. Der klassische Eisbock aus jungem Bockbier überzeugt mit einer malzigen, karamelligen Note und einem Alkoholanteil, der in der Regel zwischen acht und zehn Prozent liegt. Der Eisbock ist sehr dunkel und sieht aus wie ein tiefbrauner goldiger Likör oder ein Weinbrand. Das hängt mit seiner Konzentration zusammen.  

Das Bockbier war zuerst da

Wenn du dir deinen Eisbock aus gekauftem Bier selber machen möchtest, dann wähle am ehesten ein untergäriges Bockbier. Dies bringt per se schon einmal einen etwas süßlichen Geschmack und einen hohen Stammwürzeanteil von rund 25 Prozent mit. Hierdurch eignet es sich mit am besten für deinen eigenen tiefgefrorenen Winterbock. 

 Auch der Alkoholanteil  vom Bockbier ist von vornherein höher – das Bier friert nicht so schnell ein. Noch besser eignet sich natürlich der Doppelbock.  

 Da der Alkoholanteil im Bier durch das Einfrieren weiter zunimmt, galt der Eisbock lange Zeit als das stärkste Bier der Welt. Das war er wohl auch, bis er in den letzten Jahren nach und nach von noch stärkeren Craft-Bieren abgelöst wurde. Nun: Das macht weiter nichts, denn ein Eisbock wie der Schorschbock 43 aus Franken, der mit einem Alkoholanteil von 43 Volumenprozent einige Zeit als das stärkste Bier galt – der hat wohl genug Alkohol. 

Der Wettstreit um das stärkste Bier

Nachdem der Schorschbock übrigens von einer schottischen Brauerei übertroffen wurde, lagen die Franken im Jahr 2012 noch mal an der Spitze der stärksten Biere. Mit dem Schorsch-Eisbock, der ganze 57 Volumenprozent Alkohol mitbrachte. Und wie sieht es heute aus mit dem stärksten Bier? Zur Zeit führen mal wieder die Schotten mit dem Craft-Bier Snake Venom, mit über 67 Volumenprozent. Allerdings: Dieser hohe Alkoholanteil ist nur zusätzlichem reinen Ethylalkohol zu verdanken. So gesehen kein Bier nach echtem deutschen Reinheitsgebot. 

Der Eisbock - die Essenz des Bieres

Der Eisbock wird auch als Bieressenz bezeichnet und gilt heute als ganz besonderer Tropfen. Im Kern des Eisblocks findet sich der konzentrierte Alkohol und die in ihm gelösten und eingebrauten Zutaten aus Hopfen, Malz und Hefe. Der Geschmack ist an Intensität kaum zu übertreffen. Als hochprozentige Delikatesse wird der Eisbock natürlich nicht aus dem Bierhumpen wie ein “normaler” Doppelbock getrunken, sondern aus bauchigen kleinen Schwenkern. Die optimale Trinktemperatur liegt bei 12 bis 14 Grad. Der Eisbock schmeckt auch zu Weihnachten, als Köstlichkeit zum Gänsebraten oder als Schmankerl zum Käsekuchen. Und ein gelungenes Geschenk für Liebfans ist er sicher auch. 

Warum der Eisbock so besonders schmeckt

Alle Komponenten des Bieres sind hier konzentriert. Nicht nur der Alkohol, auch der Geschmack. Je nachdem, welches Basisbier gebraut wurde, überwiegen bestimmte Hopfen- oder Malzanteile. Wie bei allen Bieren kommt es hier auch auf die einzelne Sorte und das Brauverfahren an. Die Geschmackskomponenten, die fruchtigen Noten und die malzigen Anteile kommen beim Eisbock noch intensiver zur Geltung. Deshalb liegt es auf der Hand: Das Bier, aus dem der Eisbock gebraut – oder besser gefroren – wird, sollte unbedingt durch Qualität und Geschmack überzeugen. Oft kommen nämlich durch das Einfrieren Aromen zur Geltung, die sich vorher gar nicht herausschmecken ließen. Insofern ist beim Herstellen des Eisbocks immer auch eine gehörige Portion Überraschung mit dabei.  

Die Eisbock-Braukunst: Einfrieren in mehreren Schritten

Warum es der Eisbock alkoholtechnisch in sich hat, das ist klar. Allerdings lässt sich der Alkoholgehalt noch weiter steigern. Einige Brauereien haben das Eisbock-Brauen perfektioniert und frieren das Bier mehrmals hintereinander ein. So nimmt der Wasseranteil immer weiter ab und der Alkoholanteil steigt. Das Einfrieren und Auftauen des Bieres nennt der Bierbrauer übrigens Einfrieren und Ausfrieren.

So wird das Bockbier zum Eisbock

Die Kraft liegt in der Langsamkeit. Auch beim Herstellen von Eisbock. Das Bockbier wird schonend und langsam eingefroren. Die Kohlensäure bleibt erhalten und mit ihr auch die eingebrauten Aromen. So langsam wie das Bockbier eingefroren wird, wird es auch wieder ausgefroren. Das klingt einfach, aber um einen perfekten Eisbock selbst herzustellen, folgt danach noch eine spezielle Hefegabe für Biere mit sehr hoher Alkoholtoleranz .

Die Nachgärung bei rund 20 Grad kann dann noch ein paar Wochen dauern.  

 Die gute Nachricht für Ungeduldige: Wenn keine Karbonisierung gewünscht wird – und die gehört ja schon zur hohen Schule der Hobbybraukunst – dann kannst du den Eisbock direkt nach dem Ausfrieren genießen, also nach rund vier Stunden. 

Eisbock selber machen - mit gekauften Bier

Zu dem Eisbock-Rezept zum selber machen von unserer Bier-Sommelière Anja Kober-Stegemann geht es hier

 

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